Kategorien
Allgemein

Alles nur Täuschung?

Alles nur Täuschung?.

KfW-Kredite helfen Firmen nicht.

Wegen der verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus fürchten gerade viele mittelständische Unternehmen in Hamburg um ihre Existenz. Es hört sich beruhigend an, wenn Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz sofortige und umfangreiche finanzielle Hilfen des Bundes ankündigen. Aber wie sieht es wirklich aus? Die beispielsweise stets ins Feld geführten Kredite der bundeseigenen Förderbank KfW können nur über die jeweiligen Hausbanken vergeben werden. Dem RUF liegen solche Formulare vor. Fazit: Sie verursachen für die Betroffenen einen Riesenaufwand an Arbeit, den kaum jemand in seiner aktuell prekären Lage stemmen könnte. Zudem fordern die Hausbanken zusätzliche Sicherheiten – wo sollen die betroffenen Unternehmen, die bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, diese herzaubern? Was weiterhin von der Politik nicht gesagt wird: Auch auf diese KfW-Kredite werden natürlich wieder Zinsen verlangt. Da stellt sich gleich die Frage: woher nehmen, wenn nicht stehlen? Schließlich dauert das ganze Verfahren viel zu lange. Bis überhaupt etwas bewilligt wird, werden etliche Unternehmen schon über den Jordan gegangen sein. Das ganze mutet wie ein Placebo an, dass die Leute in trügerische Ruhe wiegt.
Deswegen forderte die Handelskammer Hamburg: „Das A und O für die Hamburger Unternehmen sind unbürokratische Liquiditätshilfen und Schadensbegrenzung des entgangenen Umsatzes“, betont Handelskammer-Vizepräses André Mücke. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Corona-Krise zu einer Insolvenzwelle und der aktuelle Schock nicht zu einer dauerhaften Schwächung der Wirtschaftsstrukturen führt.“
Die wichtigste Maßnahme sei die Schaffung eines staatlichen Sonderfonds, mit dem vor allem kleine und Kleinstunternehmen und die besonders betroffenen Branchen mit Überbrückungsgeldern geholfen wird. „Entscheidend ist bei diesem Sonderfonds die unbürokratische Abwicklung“, so Mücke. „Personelle und technische Kapazitäten müssen in den Behörden aufgestockt werden, um alle Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten. Die Auswirkungen der Krise müssen so gestaltet sein, dass Unternehmen sie kurz- und langfristig schultern können“, verlangt Mücke. „Wir fordern, dass die Politik den Verzicht auf die Lohnsteuer prüft“, so Vizepräses Mücke. „Diese Maßnahme würde für eine wichtige Entlastung der Unternehmen sorgen und kann unbürokratisch und schnell umgesetzt werden.“
Weitere zu prüfende Maßnahmen seien die Streckung des Arbeitgeberanteils der Sozialversicherungsbeiträge von Unternehmen, die Stundung oder zeitliche Streckung von Mieten und ein Erlass von Gebühren für die Nutzung von Flächen im öffentlichen Raum durch Gastronomiebetriebe, Marktbeschicker oder Schausteller, so Mücke. Immerhin legte Hamburg ein eigenes Hilfsprogramm für coronageschädigte Selbstständige und Kleinunternehmer auf. Sie sollen gestaffelte Zuschüsse von 2500 Euro für Ein-Mann-Betriebe und bis zu 25 000 Euro für Unternehmen mit 51 bis 250 Mitarbeitern erhalten, teilten die zuständigen Senatoren Andreas Dressel, Carsten Brosda (beide SPD) und Michael Westhagemann (parteilos) am 19. März mit. Ein vorläufiges Zehn-Punkte-Programm, das in Teilen noch am 20. März vom Senat beschlossen wurde, enthält zudem weitere Maßnahmen wie Kredite und Stundungen von Steuern, Gebühren und Gewerbemieten in städtischen Gebäuden. Dabei sollen die Zins- und Tilgungsbedingungen für die Kredite so ausgestaltet werden, dass sie die Unternehmen möglichst wenig belasten – bis an die Grenze des rechtlich Zulässigen. Anträge und Bewilligungen starten in der nächsten Woche, wenn die angekündigten Hilfsmaßnahmen des Bundes beschlossen seien. Hamburg wolle die Hilfen des Bundes konkretisieren und ergänzen. Über die Kosten konnte Finanzsenator Dressel noch keine abschließenden Angaben machen, doch rechne er vorsichtig und vorläufig mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag. „Die Hilfe dieses Schutzschirms geht an diejenigen Unternehmen und Selbstständigen, die von den Generalverfügungen des Senats betroffen sind“, sagte Dressel. Das seien zum Beispiel Einzelhändler oder Gastronomen, die ihre Läden und Restaurants schließen und so auf Einnahmen verzichten mussten, bei weiter laufenden Kosten. Nicht berechtigt sind Unternehmen, die weiterarbeiten können, also zum Beispiel Internet-Startups, so Dressel.

Kategorien
Lokales Geschehen

Buslinien: FDP kritisiert HVV und Bezirk

„Halte ich für erschreckend“
Buslinien: FDP kritisiert HVV und Bezirk

 (mk) Neugraben. Zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres habe der HVV nun die Planungen zur Linienführung in den Neugrabener Neubaugebieten Vogelkamp, Heidbrook und Reethen vorgestellt, die in den Grundzügen aus dem Jahr 2013 stammten,  ohne dass irgendwelche Änderungen vorgenommen worden seien, kritisiert der Vorsitzende der FDP Süderelbe, Steffen Langenberg.
Besonders für das Gebiet Fischbeker Heidbrook sei dies erstaunlich., so der FDP-Mann.  „Hier sollen die Buslinien in einer Art großem Kreis durch das Gebiet geführt werden, da auf Grund der zu geringen Fahrbahnbreite von sechs Metern kein Busgegenverkehr möglich sei. Diese Aussage des HVV erstaune, da die Bezirksverwaltung und auch die IBA schon mehrmals beteuert hätten, dass die Fahrbahnbreite sechseinhalb Meter betrage und damit für einen Gegenverkehr geeignet sei. Die Vertreter des HVV sagten, ihnen sei dies unbekannt, und jetzt könne man die Planung sowieso nicht mehr ändern. Ich könnte mich auch mit der Ringlösung im Heidbrook anfreunden, die Unflexibilität des HVV halte ich aber für erschreckend“, meinte Langenberg.
Die Linienführung in den Fischbeker Reethen halte die FDP für annehmbar, insbesondere die bessere Anbindung des S-Bahnhofs werde begrüßt, wenn denn der Bezirk die notwendigen Straßenbaumaßnahmen umsetze. Als kleinen Wermutstropfen empfand Langenberg die schlechte Anbindung der westlichen und der Gewerbegebiete.
Beim Gebiet Vogelkamp müsse noch intensiv nachgedacht werden, forderte der baupolitische Sprecher der FDP, Günter Rosenberger. Hier rächten sich die geringe Fahrbahnbreite und das Konzept, keine Durchgangs- oder Sammelstraßen zu planen. Denn gerade das Bürgerzentrum und die Ganztagsschule brauchten eine Busanbindung. Ideal wäre auch eine Verbindung zum Aschenland und zur Stadtteilschule. Auch in diesem Gebiet sei der Westen nicht erschlossen, monierte Rosenberger.
Allgemein fordere die FDP, dass insbesondere noch einmal über die Ziele und Bedarfe der Buslinien nachgedacht werde, um eine möglichst optimale Versorgung zu erreichen, erklärten Langenberg und Rosenberger.