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Ehrenamtliche von wellcome oft schmerzlich vermisst

Praktische Hilfe nach der Geburt startet wieder!

Nach fast achtwöchiger Pause können die Ehrenamtlichen von „wellcome“ (Hölertwiete 5) Familien nach der Geburt eines Babys wieder praktisch im Alltag unterstützen – natürlich immer unter Beachtung der Hygieneregeln. Standort- und länderspezifisch ist es an immer mehr Standorten möglich, die aufsuchende Hilfe in den Familien wieder aufzunehmen. Auch in Harburg unterstützen Ehrenamtliche wieder Familien mit Babys.
Antonia Siegburg, wellcome-Koordinatorin: „Sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Familien haben auf diesen Tag gewartet. Denn die ersten Wochen und Monate mit Baby sind für alle Eltern besonders herausfordernd – ganz besonders gilt das in der aktuellen Situation, in der die Corona-Pandemie Familien in ihrem Alltag vor zusätzliche Herausforderungen stellt: Elterntreffs und Rückbildungskurse fielen flach, die Großeltern konnten nicht mal eben zur Unterstützung vorbeikommen und ältere Geschwisterkinder mussten „nebenbei“ zuhause betreut werden, statt in Kita oder Schule.“
„wellcome“ steht für Kontakt, Begegnung und Unterstützung, unmittelbar und persönlich. Einige Ehrenamtliche hielten Kontakt zu den Familien per Telefon oder Messengerdienst, übers Winken am Fenster, lasen älteren Geschwisterkindern in einem Videotelefonat vor oder nähten etwas für die Kinder. „wellcome“ ist moderne Nachbarschaftshilfe für Eltern: Ehrenamtliche helfen für ein paar Monate ein- bis zweimal pro Woche ganz praktisch im Alltag. Die Ehrenamtlichen helfen, so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun würden. Sie gehen mit dem Baby spazieren, damit die Mutter Schlaf nachholen kann, begleiten die Zwillingsmutter zu Arztbesuchen oder spielen mit den Geschwisterkindern. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite oder hören einfach zu.
haben sie rund 35 Familien betreut und ihnen insgesamt 540 Stunden ihrer Zeit geschenkt.
Zudem können sich auch Familien in Not in der Sprechzeit am Montag von 9 bis 11.30 Uhr bei der Koordinatorin melden. Dort wurden die Familien weiterhin während des Corona-Lockdowns mit Sachspenden, Lebensmittelgutscheinen oder Beratung unterstützt.
Sie erreichen „wellcome“ unter der E-Mail-Adresse hamburg.harburg@wellcome-online.de sowie im Internet unter www.wellcome-online.de.

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„Diese Aufgabe wirst du nie wieder los!“

„Diese Aufgabe wirst du nie wieder los!“.

Dorit Wilhelm für ehrenamtliche Tätigkeit geehrt.

Die gute Seele des AWO-Seniorentreffs Neugraben, Dorit Wilhelm, feierte am 15. November ihr 25-jähriges „Dienstjubiläum“. Als Wilhelm 1993 mit der Leitung einer Gymnastikgruppe im AWO-Seniorentreff Neugraben ihre ehrenamtliche Tätigkeit begann, ahnte sie noch nicht, dass sie diese über 25 Jahre ausüben würde. In seiner Rede ging der stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums des AWO-Landesverbandes e.V., Horst Emmel, insbesondere auf die vielfältigen Aktivitäten, die von Wilhelm in all den Jahren angeregt und erfolgreich durchgeführt wurden, intensiv ein. Denn neben den rund 40 Stunden Öffnungszeit je Woche, was sich in den Jahren auf circa 46.000 Stunden summiert, kamen noch ungefähr 300 Tages- und 45 Mehrtagesfahrten sowie über 500 Theaterbesuche und Wanderungen dazu. Auch vom Bezirksamt Harburg wurden die besten Wünsche an die Jubilarin übermittelt. Dabei stand vor allem die Arbeit mit und für die Senioren im Mittelpunkt. „25 Jahre ehrenamtliche Arbeit für die Senioren sei eine großartige Leistung“, so die Leiterin des Sozialraummanagements im Bezirk Harburg, Sonja Wichmann. Diese Leistung kann man nicht hoch genug bewerten. In der abschließenden Rede ging der AWO-Kreisvorsitzende, Arend Wiese, insbesondere auf das Leben und Wirken von Wilhelm ein. Nach dem Krieg wurde ihre Familie von Oberschlesien nach Harburg vertrieben. Ihre erste Unterkunft war in den Nissenhütten in der Denickestraße in Harburg. Sie hatte Glück und fand bald Arbeit, allerdings in Eppendorf, was damals bedeutete, dass sie nur noch an den Wochenenden bei der Familie sein konnte. Vielleicht waren es die Erfahrungen, die sie dazu bewogen, sich hier in Neugraben, wo sie seit 1959 wohnt, ehrenamtlich im AWO-Seniorentreff zu engagieren. Denn als sie in Rente ging, kamen zwei Dinge zusammen. Zum einen suchte der AWO-Seniorentreff Neugraben gerade eine neue Leitung und bat sie, diese zu übernehmen, da sonst niemand bereit war, diese Verantwortung zu übernehmen. Ihr Mann warnte sie allerdings noch mit den Worten: „Überleg es dir gut. Diese Aufgabe wirst du nie wieder los.“ Wie er doch Recht behalten sollte – und so feiert sie heute ihr 25-jähriges Jubiläum als Leiterin des AWO-Seniorentreffs Neugraben. 25 Jahre, in denen sie die Gäste des AWO-Seniorentreffs, rund 300.000 in den Jahren, zu verschiedenen Aktivitäten animierte. Denn neben den Theaterbesuchen, Wanderungen und Ausfahrten wurden auch verschiedene Veranstaltungen, wie Tanznachmittage oder die Auftritte von Shanty-Chören oder anderen Bands, organisiert. Dazu gehören auch die drei Englischkurse sowie die Yoga- und Tanzgruppe, aber auch eine Gymnastikgruppe und Gedächtnistraining. Aber auch die Geselligkeit bei den Spielenachmittagen und der Klönschnack müssen organisiert werden. Und dann noch der ganze „Verwaltungskram“, denn die Bürokratie macht auch vor dieser – selbst verwalteten – Seniorenarbeit nicht halt. „Wenn man diese ganzen Stunden noch dazurechnet, dann ist Frau Wilhelm in den 25 Jahren auf sicherlich um die 50.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit gekommen“, so der Kreisvorsitzende Wiese weiter. „Wenn man nur den Mindestlohn zugrunde legt, kommt für diese ehrenamtliche Tätigkeit ein nicht geringer Betrag zusammen“, betonte Wiese. Dies sei sicherlich kein Grund, weshalb sich nur wenige ehrenamtlich engagieren. Aber, daüber müsse sich am heutigen Tage auch jeder im Klaren sein, wird sich die Situation von vor 25 Jahren wiederholen, dass eine Leitung gesucht wird, mahnte Wiese. Sein Appell an die anwesenden 60 Gäste lautete daher: „Schauen Sie mal in Ihrem Umfeld, in Ihren Organisationen und Vereinen, ob jemand Interesse an dieser Aufgabe hat. Heute können wir es einer Nachfolge noch einfach machen, wenn diese von der Vorgängerin lernen kann“, sagte Wiese. Bei Schnittchen und Getränken und vielen informativen Gesprächen ließen die Anwesenden die Jubiläumsfeier gemütlich ausklingen.

https://youtu.be/C0aiqTgR6Lw