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Lokales Geschehen

Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten

Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten.

Bürgerinitiative Wetternstraße.

Die Anwohner der Siedlung in der Wetternstraße fühlen sich – gelinde gesagt – verschaukelt. Im Umkreis von rund einem Kilometer Entfernung leben in verschiedenen Einrichtungen rund 2.500 geflüchtete Menschen. Jetzt hat die Sozialbehörde angekündigt, noch mal weitere vier Wohncontainer als Notreserve für rund 40 Menschen aufzustellen.
Die 40 weiteren Menschen seien eigentlich gar nicht das Problem, sondern der Umgang der Politiker mit den Menschen, regt sich Iwona Mazurkiewicz, Anwohnerin und Sprecherin der Bürgerinitiative Wetternstraße, auf. So hätte es schon vor fünf Jahren, im Januar 2020, ein Gespräch mit der damaligen Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen gegeben und den Entwurf eines Bürgervertrags. Hierin sollten verbindliche Regeln für das Miteinander von Anwohnern und Geflüchteten in den benachbarten Unterkünften und auch die Einbindung der beteiligten Behörden festgehalten werden. Passiert sei nichts. Und inzwischen hat auch das Bezirksamt eingeräumt, dass „sich Eingang und ggf. Weiterleitung nicht mehr nachvollziehen lässt“. Mit anderen Worten: Sophie Fredenhagen hat das Papier mitgenommen, und anschließend ist es verschollen.
Jetzt hat die Bürgerinitiative einen neuen Vorstoß gemacht und die Staatsrätin Petra Lotzkat zum Gespräch eingeladen. Obwohl beide Seiten vereinbart haben, keine Details an die Öffentlichkeit zu geben, scheint aber doch Bewegung in die Sache zu kommen. Die Staatsrätin hat der Bürgerinitiative zugesagt, noch vor der Wahl am 2. März einen Nachbarschaftsvertrag zu prüfen und auch zu unterzeichnen. Allerdings sagte die Staatsrätin auch, dass es noch gar keine endgültige Entscheidung über die Belegung der Container gäbe, sie aber auch noch keine Entwarnung geben könne. Dies könne aus heutiger Sicht frühestens nach dem Winter 2025/2026 geschehen.
„Unsere Initiative hat sich seit ihrer Gründung vor zwölf Jahren immer für ein friedliches Nebeneinander mit den Geflüchteten eingesetzt“, sagt BI-Sprecherin Mazurkiewicz. Leider hätten es Politik und Verwaltung den Anwohnern nicht immer leichtgemacht und gegebene Zusagen nicht eingehalten, sodass es kaum Chancen für eine gelungene Integration der neuen Nachbarn gegeben habe.
Die Bürgerinitiative wird nun einen neuen Entwurf für einen „Nachbarschafts-Vertrag“ machen und sich erneut mit der Staatsrätin treffen. Sollte dieser Vertrag dann tatsächlich unterzeichnet werden, hätte er weisende Wirkung für die Verwaltung. „Deshalb danken wir der Staatsrätin für ihr besonderes Engagement, die Verhältnisse rund um die Wetternstraße endlich verbindlich zu regeln“, sagt Iwona Mazurkiewicz.

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„Man sieht schon jetzt, dass es ein tolles Haus wird!“

„Man sieht schon jetzt, dass es ein tolles Haus wird!“.

Modernisierung Bürgerhaus Harburg geht voran.

Mit einem Edelstein, den man ordentlich polieren und schleifen und auch mit neuen Facetten versehen müsse, verglich Holger Böhm, Vorsitzender der Harburger Bezirksversammlung, am vergangenen Mittwoch den ehemaligen Rieckhof. Rund 7,6 Millionen Euro stehen für die Modernisierung des „Juwels“ in der Rieckhoffstraße zur Verfügung, seit Frühjahr 2024 wird im Innern überall fleißg gewerkelt. Bereits vorher wurden rund 2,8 Millionen Euro für die Sanierung der Fenster investiert. Gemeinsam mit Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein, Staatsrat der Bezirke Dr. Alexander von Vogel, Sozialdezernentin Dr. Anke Jobmann, Geschäftsführer von GMH | Gebäudemanagement Hamburg Jens Kerkhoff und Dörte Inselmann als Vertreterin des neuen Trägers Kultur Palast Harburg, überzeugte sich Holger Böhm vom Fortschritt der Modernisierung des Bürgerhauses Harburg.
Mehr als zufrieden zeigte sich denn auch Karen Pein bei dem Vor-Ort-Termin: „Man sieht schon jetzt, dass es ein tolles Haus wird! Harburg ist ein attraktiver, wachsender Stadtteil. Um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern, ist es von zentraler Bedeutung, dass wir neben dem Wohnungsbau auch die soziale Infrastruktur im Quartier im Fokus behalten. Hier setzt unser Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung RISE an, darunter auch und insbesondere im Fördergebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost. Kulturstätten wie das traditionsreiche Bürgerhaus Harburg sind lebendige Orte der Begegnung. Die Modernisierung des Bürgerhauses ist eine zentrale Maßnahme, um den Harburger Stadtkern zu beleben.“
Ziel der Modernisierung des 1984 eröffneten und 2021 unter Denkmalschutz gestellten Gebäudes ist der Umbau des Veranstaltungssaals sowie die Renovierung der Gruppenräume, der Eingangsbereiche und der Sanitäranlagen im Erd- und Obergeschoss. Zusätzlich zum Interieur werden die Veranstaltungstechnik, die Lüftung und Teile des Hausdachs erneuert. Die Planungen seien unter Berücksichtigung seines Erbes als Kulturdenkmal in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz erstellt, heißt es seitens der Behörden. Insgesamt steht dann eine Fläche von rund 1.400 Quadratmeter zur Verfügung, die bis zu 1.500 Menschen fassen kann.
Durch die Modernisierung des Gebäudes sollen zukünftig die Nutzungsmöglichkeiten des Standortes verbessert werden. So kann man zum Beispiel zukünftig den großen Veranstaltungssaal dreiteilen, sodass gleichzeitig mehrere Gruppen den Saal gleichzeitig nutzen können. Auch im Obergeschoss hat man Räume durch das Einreißen von Wänden vergrößert, sodass diese besser genutzt werden können. „Wir freuen uns auf die neue Multifunktionalität und zusätzlichen Möglichkeiten des umgestalteten Bürgerhauses sowie auf die kulturelle Vielfalt unseres Programms, welche wir gemeinsam mit Harburger Akteur:innen nach der langen Umbau- und Ausweichphase anbieten können“, erklärt dazu Dörte Inselmann, Intendantin Stiftung Kultur Palast.
Die Gesamtkosten von insgesamt rund 7,6 Millionen Euro werden zu rund 5 Millionen Euro vom Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE), zu rund 1 Million Euro aus dem Einzelplan der Finanzbehörde, zu rund 500 Tausend Euro aus Klimaplanmitteln, zu rund 500 Tausend Euro aus dem Sanierungsfonds, zu rund 400 Tausend Euro aus dem Quartiersfonds IV und zu rund 400 Tausend Euro von der Bezirksversammlung getragen.
Die Fertigstellung ist für Herbst 2025 geplant. Wann allerdings der Kultur Palast Harburg seine ersten Veranstaltungen wieder durchführen kann, „dazu gibt es noch keinen konkreten Termin“, weiß Dörte Inselmann.

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Rechte Gefühlswelten in sozialen Medien

Rechte Gefühlswelten in sozialen Medien.

Wissenschaftler Simon Strick kommt ins Kulturhaus.

Der Medienwissenschaftler Dr. Simon Strick kommt am 21. Januar um 19 Uhr zu einem besonderen Vortrag mit anschließender Diskussion ins JoLa im Kulturhaus Süderelbe. Er spricht über neue Strategien der Rechten in den sozialen Medien.
Dem Faschismus geht es gut – er ist Meme, Konsumgut und Gefühlswelt geworden. Seine Gewaltträume finden im Netz ein perfektes Biotop. Rechte Agitatorinnen und Agitatoren schaffen marktfähige Gefühlsmuster, die von YouTube bis auf die Straße reichen und gewinnen damit Wahlen und Publikum.
Simon Strick zeigt in seinem Vortrag die affektiven Strategien rechter Akteure. Analysen zeigen, wie sie Gefährdungsgefühle für Weiße und Männer populär machen: Dieser Faschismus spricht die Sprache der Risikogesellschaft und manipuliert demokratische Öffentlichkeiten. Distanzierung ist kein Mittel gegen diese rechte Gefühlsrevolution; es muss kollektiv und affektiv reagiert werden, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Veranstaltung ist Teil der gemeinsamen Reihe „Sprache & Bilder der Rechten“ des Kulturhauses mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
21. Januar 2025, 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, JoLa im Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21147 Hamburg. Eintritt frei. Reservierungen per E-Mail an tickets@kulturhaus-suederelbe.de oder telefonisch unter 040 7967222.

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Hybridfähre auf den Namen „Finkenwerder“ getauft

Hybridfähre auf den Namen „Finkenwerder“ getauft.

Schwimmender Nahverkehr nimmt Gestalt an.

Mit der Hybridfähre „Finkenwerder“ hat die Hadag weiteren Zuwachs bekommen. Nach der „Neuland“ ist sie das zweite von insgesamt drei Schiffen, die für einen klimaschonenden Verkehr im Hafen sorgen soll. Als drittes Schiff wird die „Grasbrook“ die Flotte komplettieren.
„Der „schwimmende Nahverkehr“ in Hamburg ist etwas Besonderes und ein wichtiger Beitrag zur Mobilität in Hamburg. Und ganz nebenbei: Unsere HADAG-Fähren ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, denn hier gibt es den großen Ausblick für kleines Geld. Es braucht nur ein HVV-Ticket – für Schüler:innen ist es sogar kostenlos“, betonte Carola Veit (SPD), Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und Taufpatin der „Finkenwerder“, bevor sie eine Champagnerflasche am Bug zerschellen ließ.
„Die Fähren sollen vor allem auch auf der stark frequentierten Linie 62 und der neu installierten Expresslinie 66 zwischen Finkenwerder und den Landungsbrücken eingesetzt werden“, erklärte SPD-Bürgerschaftskandidatin Patricia Maciolek aus Finkenwerder. „Außerdem sind die neuen Fähren deutlich barriereärmer als frühere Fähren und vereinfachen damit auch Menschen mit Beeinträchtigung den Weg auf und über die Elbe“, freut sich die Genossin.

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Neue Räume für Musik und Kunst im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus

Neue Räume für Musik und Kunst im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus.

SuedKultur sucht nach kreativen Köpfen.

Was wird aus dem leerstehenden Karstadt-Haus? Diese Frage stellen sich zurzeit viele Harburger. Eine mögliche Idee wäre es, das Gebäude für kreative Köpfe zu nutzen. Zumindest übergangsweise, bis eine endgültige Nutzung feststeht.
„Egal ob Rockband, Kammerensemble oder Chor – die Nachfrage nach bezahlbaren Proberäumen in Hamburg ist groß. Im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus könnten nun Räume entstehen, die Musikern aller Genres und Größenordnungen die Möglichkeit bieten, zu proben und zu wachsen“, formuliert Heiko Langanke von SuedKultur die Idee. Parallell dazu könnten auch bildende Künstler die Räume als Ateliers nutzen. Die Räumlichkeiten könnten bis circa 2032 genutzt werden und würden somit eine langfristige Perspektive für die Kulturszene im Süden Hamburgs bieten. Aktuell seien Vertreter der Harburger Politik und Verwaltung sowie weitere Akteure aus Hamburgs Süden dabei, ein Gesamtkonzept zu erstellen, so Heiko Langanke weiter.
Um der Idee der „SuedStadt“ – so der Arbeitstitel – mehr Gewicht zu verleihen, suchen die Mitglieder von SuedKultur zusammen mit dem etablieren Rockbüro Hamburg kreative Köpfe, Musiker und Künstler. „Ihre Ideen sind gefragt! Interessierte Musikerinnen und Künstler können sich gerne an sprecher@sued-kultur.de wenden. Bitte geben Sie dabei an, welche Art von Raum Sie benötigen (Proberaum, Atelier) und wie oft Sie diesen nutzen möchten“, bittet Jan Schröder, Sprecher von SuedKultur, um Unterstützung aus der Kulturszene.