Lieber raus als rein.
JuLis gegen allgemeines Alkoholverbot im öffentlichen Raum.
Seit dem 9. Dezember gilt in der gesamten Hansestadt ein Verbot für den Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke, die zum unmittelbaren Verzehr bestimmt oder geeignet sind. Außerdem ist seit Mittwoch dann ein allgemeines Alkoholverbot im öffentlichen Raum geplant. Die Jungen Liberalen Hamburg halten diese Maßnahmen für ungeeignet.
„Draußen ist die Infektionsgefahr deutlich geringer als in geschlossenen Räumen, solange ausreichend Abstand eingehalten wird. Deswegen sollte der Staat die Möglichkeiten zu Treffen im Freien nicht so drastisch unterbinden, wie das durch das aktuelle Verbot geschieht“, fordert der Harburger Carl Coste (24), Landesvorsitzender der JuLis Hamburg. Gerade mit Blick auf den Shutdown könne der Gang zum Glühweinstand bei der Einhaltung der harten Beschränkungen motivieren, ohne das Infektionsrisiko zu erhöhen – jedenfalls bei konsequenter Einhaltung aller Abstandsregeln.
Die JuLis verweisen auch auf die anstehenden Weihnachtsfeiertage: Für die psychische Gesundheit der Menschen seien Treffen an Weihnachten unter Umständen sehr wichtig. Coste: „Viele haben sich verantwortungsbewusst verhalten und geplante Treffen mit der Familie aus Sicherheitsgründen ins Freie verlegt. Treffen mit Familienmitgliedern müssen so sicher wie möglich stattfinden, um das Infektionsgeschehen eindämmen zu können. Mit den Großeltern irgendwo im Freien und unter Wahrung eines ausreichenden Abstands einen Glühwein zu trinken ist sicherer, als sich zusammen in eine kleine Wohnung zu setzen, weil diese Zusammenkunft im Freien verboten wäre.“
Coste weiter: „Aus unserer Sicht ist es besser, wenn die Menschen sich nicht zuhause zum Trinken treffen, sondern an der frischen Luft sind. Ein Alkoholverbot in den eigenen vier Wänden halten wir für überzogen. Folglich muss aber auch das weniger riskante Verhalten möglich sein. Um Clusterbildungen um Verkaufsstände zu vermeiden, fordern wir Alkoholverzehrverbote rund um diese Verkaufsstände.“
Dementsprechend verabschiedeten die JuLis Hamburg in ihrer Landesmitgliederversammlung am 13. Dezember. einen Antrag, in welchem sie ein generelles Alkoholverbot in der Öffentlichkeit ablehnen. Auch wenn die JuLis Hamburg die Notwendigkeit für Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens sehen, halten sie die Maßnahmen des Senats für ungeeignet.
