Zukunftsweisende Lösung für den Warenverkehr

Die unterirdische Ver- und Entsorgung über ein Röhrensystem soll dabei helfen die Innenstädte vom zunehmenden Warenverkehr zu entlasten. Foto: Smart City Loop

Zukunftsweisende Lösung für den Warenverkehr.

Transportsystem in Steinwerder geplant.

Werden bald Pakete von Steinwerder unter der Elbe hindurch in einem Röhrensystem Richtung Innenstadt transportiert, um von dort die letzten Meter zum Beispiel per Lastenfahrrad in die Geschäfte oder zum Kunden zu gelangen? Geht es nach dem auf Gewerbeflächen spezialisierten Projektentwickler Four Parx, soll das bald möglich sein, wie das Unternehmen Mitte September mitteilte. Four Parx baut zur Zeit in Wilhelmsburg seine erste zweistöckige Logistikimmobilie (Mach 2) mit circa 102.000 Quadratmetern Nutzfläche (der Neue RUF berichtete). Bei den Planungen dieser Immobilie sollte auch eine mögliche Einbindung des Systems Smart City Loop geprüft werden. Smart City Loop GmbH ist eine Gesellschaft zur Entwicklung und Einführung urbaner Transportsysteme und digitaler Dienstleistungen für die unterirdische städtische Warenver- und -entsorgung auf der vorletzten Meile.

Werden bald Pakete von Steinwerder unter der Elbe hindurch in einem Röhrensystem Richtung Innenstadt transportiert, um von dort die letzten Meter zum Beispiel per Lastenfahrrad in die Geschäfte oder zum Kunden zu gelangen? Geht es nach dem auf Gewerbeflächen spezialisierten Projektentwickler Four Parx, soll das bald möglich sein, wie das Unternehmen Mitte September mitteilte. Four Parx baut zur Zeit in Wilhelmsburg seine erste zweistöckige Logistikimmobilie (Mach 2) mit circa 102.000 Quadratmetern Nutzfläche (der Neue RUF berichtete). Bei den Planungen dieser Immobilie sollte auch eine mögliche Einbindung des Systems Smart City Loop geprüft werden. Smart City Loop GmbH ist eine Gesellschaft zur Entwicklung und Einführung urbaner Transportsysteme und digitaler Dienstleistungen für die unterirdische städtische Warenver- und -entsorgung auf der vorletzten Meile.

Dies gab den Anstoß, die Machbarkeitsstudie für den Einsatz des Konzeptes Smart City Loop zur unterirdischen logistischen Ver- und Entsorgung der Innenstadt von Hamburg mitzufinanzieren. Denn: Die stetig wachsenden Anforderungen an die Ver- und Entsorgung sowie der zunehmende Warenverkehr in den Innenstädten verlangten nach innovativen Logistikkonzepten. Während viele Städte bereits an einer Verkehrswende arbeiteten, richte sich der Fokus dabei vor allem auf den Personenverkehr sowie eine Steuerung wachsender Transportvolumina aus dem Paketbereich. Da dieser Transportbereich nur einen kleineren Teil des gesamten Warenaufkommens einer Stadt ausmache, fehlten ganzheitliche Lösungsansätze auf der Grundlage einer Betrachtung des Gesamtwarenverkehrs, so Four Parx weiter.
Im Zentrum der Studie standen drei Hauptthemen: Das Transportsystem, die Suche nach geeigneten Flächen für die Errichtung der Distributionszentren sowie die Wirtschaftlichkeit und Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Verkehr. Untersuchungsgegenstände waren unter anderem geeignete Fördertechniken, geologische sowie topografische Anforderungen, Bautechniken und rechtliche Bewertungen, die Gestaltung und Ausstattung der Logistikimmobilien sowie die Nutzungskosten, der Einfluss auf Verkehr und Umwelt etc. War zuerst Wilhelmsburg als Standort im Gespräch, wurde den Planern schnell bewusst, dass die Strecke zu lang sei. Deswegen werde man nun in Steinwerder nach geeigneten Flächen suchen, erklärt eine Sprecherin von Smart City Loop.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die unterirdische Transportlösung technisch durchführbar sowie wirtschaftlich betreibbar sei und darüber hinaus einen beträchtlichen Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen sowie der Verkehrsbelastung der Stadt leiste. Demnach könne über das Röhrensystem – bei einem eventuell möglichen 24 Stunden/300 Tage Betrieb – in den beiden sogenannten Hubs eine Lieferkapazität von rund 2,7 Millionen Paletten pro Jahr verarbeitet werden. Dies entspräche 540.000 Transportfahrten und bedeute eine CO2-Einsparung von über 10.000 Tonnen pro Jahr.
Im Laufe der Projektentwicklung wurden intensive Kontakte zu Hamburger Institutionen wie zum Beispiel der Logistik Initiative Hamburg, der Hafengesellschaft sowie namhaften Hamburger Logistikunternehmen aufgebaut. Die Behörde für Wirtschaft und Innovation begrüßt die Idee einer Umsetzung des Smart City Loop-Projektes in Hamburg und hat in einem entsprechenden Letter of Intent (LoI) der Smart City Loop GmbH Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Grundstücken für das Projekt zugesagt.
„Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zeigen eine zukunftsweisende Lösung für den Warenverkehr der Städte auf“, erklärt Christian Kühnhold, Geschäftsführer von Smart City Loop. „In der Vergangenheit ist oft argumentiert worden, unterirdische Transportsysteme seien zu kostenaufwändig oder nicht realisierbar. Im Fall der Machbarkeitsstudie für die Stadt Hamburg konnte klar gezeigt werden, dass dies nicht der Fall ist, sondern eine auch wirtschaftlich hoch interessante Lösung darstellt.“
Als weitere Schritte hat das Konsortium nun diverse Planungsvorbereitungen für die Umsetzung vorgesehen, die Identifikation potenzieller Investoren für den Bau der Röhre sowie die Flächensuche für die Errichtung der City Hubs/ Distributionszentren in Hamburg-Mitte respektive Altona.
„Die ständig wachsenden Transportvolumina machen mit Blick auf die zunehmenden Stau-, Lärm- und Abgasproblematiken der Städte die Suche nach alternativen Transportsystemen immer dringender“, sagt Francisco J. Bähr, Geschäftsführender Gesellschafter von Four Parx. „Als innovativer Projektentwickler haben wir bereits in der Vergangenheit neuartige Konzepte und Lösungen zur Gestaltung der logistischen Versorgung der Städte angestoßen; nun freuen wir uns besonders, durch unser ganzheitliches Konzept eine Lösung für die zukünftige Ver- und Entsorgung der Städte anbieten zu können.“



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