„Wir fordern den Senat auf, den Willen der Bürger*innen zu respektieren“

„Wir fordern den Senat auf, den Willen der Bürger*innen zu respektieren“.

Die Linke spricht sich gegen Olympia aus.

Die Linksfraktion im Bezirk Harburg lehnt die erneute Olympiabewerbung Hamburgs für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 entschieden ab. Sie warnt davor, dass ein solches Mega-Event massive Kosten, eine Verschärfung der Wohnungskrise und erhebliche Belastungen für Infrastruktur und Umwelt mit sich bringen würde.
„Es ist enttäuschend, dass der Senat nach dem klaren ‚Nein‘ der Hamburger*innen im Volksentscheid 2015 erneut einen teuren Traum verfolgt“, erklärt Jörn Lohmann, Fraktionsvorsitzender und stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion in Harburg. „Internationale Studien zeigen, dass Olympische Spiele im Schnitt 172 Prozent teurer werden als geplant. Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle.“
Die Linksfraktion kritisiert vor allem die einhergehenden sogenannten „Opportunitätskosten“ oder besser: „verpassten Potenziale“: Milliarden, die in Olympiabauten fließen, können nicht für dringend benötigte Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, bessere Schulen, öffentliche Schwimmbäder oder den Ausbau des Nahverkehrs eingesetzt werden. „Hamburg braucht bezahlbare Wohnungen, keine Verdrängung durch Gentrifizierung, wie sie Olympia nachweislich beschleunigt“, so Lohmann. Die Stadt leidet auch ohnedies bereits unter gravierendem Wohnungsmangel. Zudem würden die Spiele die Infrastruktur überlasten und jahrelange Baustellen mit sich bringen, während Umweltschäden die „grünen Versprechen“ konterkarieren, führt Lohmann aus.
„Wir fordern den Senat auf, den Willen der Bürger*innen zu respektieren und auf diese riskante Bewerbung zu verzichten“, betont Lohmann. „Unsere Ressourcen müssen in den sozial-ökologischen Umbau Hamburgs fließen und die Lebensqualität der Harburger*innen direkt verbessern, statt in ein Prestigeprojekt für das IOC.“
Die Linksfraktion Harburg wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass der Bezirk sich nicht an Olympia-Planungen beteiligt und stattdessen eigene Konzepte für Sportförderung, Jugendpartizipation und Inklusion entwickelt, die den Menschen vor Ort zugutekommen, kündigt der Linke-Fraktionsvorsitzende an.