Verein fordert „gesicherte 24/7-Notfallversorgung auf den Elbinseln“

Eines zumindest scheint festzustehen im Bezug auf das Krankenhaus Groß-Sand: Ein neues Krankenhaus und eine Zentrale Notaufnahme wird es in Wilhelmsburg nicht mehr geben Foto: au

Verein fordert „gesicherte 24/7-Notfallversorgung auf den Elbinseln“.

Ärztliche Notversorgung weiter ungewiss.

Nichts Genaues weiß man nicht – so könnte man die Lage bezüglich der Schließung des Krankenhauses Groß-Sand und der Errichtung einer Stadtteilklinik als Ersatz in Wilhelmsburg grob umschreiben. Eines ist zumindest klar und wird auf verschiedenen Ebenen immer wieder wiederholt: Wilhelmsburg erhält keine Zentrale Notaufnahme und auch kein neues Krankenhaus. Das bestätigte jüngst Marco Kellerhof, Leiter des Amtes für Gesundheit, in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion der Bezirksversammlung Harburg am vergangenen Montag. Stattdessen soll eine Stadtteilklinik errichtet werden (der Neue RUF berichtete).
Dass das Thema längst nicht mehr „nur“ die Wilhelmsburger betrifft, sondern den ganzen Süderelberaum, zeigen neueste Zahlen aus den Zentralen Notaufnahmen in der Umgebung. Seit der plötzlichen Schließung der Notaufnahme in Wilhelmsburg am 15. Juli vergangenen Jahres kam es allein in der Notaufnahme der Asklepios Klinik Harburg (AKH) zu einer Steigerung von 13 Prozent. Laut Kellerhof kein Problem, da die Notaufnahme auf bis zu 55.000 Patienten jährlich ausgelegt sei und die Kapazitäten mit derzeit 48.000 Patienten jährlich noch nicht voll ausgeschöpft seien, berichten Anwesende aus der Sitzung. Eine Rechnung, die laut Beate Pohlmann, SPD-Bezirksabgeordnete in der Harburger Bezirksversammlung und Krankenschwester in der Notaufnahme des AKH, nicht funktioniere, denn: „Die Patienten kommen ja nicht nur in die Notaufnahme, werden behandelt und gehen dann wieder nach Hause“. Oft würden die pflegerischen Leistungen, die damit einhergingen, vergessen. „Wir merken auf jeden Fall, dass die Notaufnahme des Krankenhauses Groß-Sand geschlossen wurde“, so Pohlmann weiter.
Auch der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg ist sehr unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf, wie er in einer Pressemitteilung zum Ausdruck bringt. Der Verein „fordert eine gesicherte 24/7-Notfallversorgung und den Erhalt stationärer Angebote auf den Elbinseln“, heißt es dort. So sei man weiterhin besorgt über die unklare Zukunft der medizinischen Versorgung auf den Elbinseln. „Nach der Schließung von Notfallambulanz und Chirurgie im Sommer und der angekündigten Verlagerung des Rest-Krankenhauses Groß-Sand zum Marienkrankenhaus gibt es große Verunsicherung in Wilhelmsburg“, so der Verein weiter. Ein Konzept über die von der Senatorin angekündigte neue „Stadtteilklinik“ am jetzigen Standort gebe es bisher nicht. Eine Voraussetzung sei die Übernahme der Liegenschaft durch die Stadt. Die Verhandlungen mit dem Erzbistum stockten jedoch, kritisieren die Verfasser.
Dazu komme, dass die im Marienkrankenhaus für die Aufnahme von Geriatrie und neurologischer Früh-Reha aus Groß-Sand vorgesehenen Gebäude offenbar nicht geeignet seien und ein Ersatzneubau in den Sternen stehe.
„Umso mehr betonen wir erneut die Notwendigkeit einer verlässlichen (notfall-)medizinischen Versorgung für den Stadtteil“, erklärt der Verein.
Eine Anfrage des Neuen RUF zum aktuellen Stand der Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Erzbistum sowie zur geplanten Stadtteilklinik ließ die Sozialbehörde bis Redaktionsschluss unbeantwortet.



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