Realisierung S-Bahn-Station Bostelbek neu prüfen

Kurt DuweFoto: priv

Realisierung S-Bahn-Station Bostelbek neu prüfen
FDP: Rahmenbedingungen sprechen dafür

(pm) Bostelbek/Hausbruch. „Vor dem Hintergrund einer verstärkten Gewerbeansiedlung am Standort Bostelbek und gestiegenem Pendlerverkehr im Hamburger Süden haben sich die Rahmenbedingungen für eine Realisierung der seit Jahrzehnten geplanten S-Bahnstation geändert“, schreibt die Hamburger FDP in einem Antrag für die Bürgerschaft. Darüber hinaus müsse eine solche Realisierung mit einer zeitgleichen Errichtung der ebenfalls geplanten P&R-Anlage einhergehen. Beide Objekte sind bereits im Flächennutzungsplan vorgesehen. „Überdies würde die Existenz einer S-Bahnstation dort ermöglichen, die Busanbindung von Finkenwerder zu verbessern und den Busverkehr zwischen Harburg-Rathaus und Neuwiedenthal zu entzerren.“
Der Harburger FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Kurt Duwe macht deutlich, dass „im Flächennutzungsplan die S-Bahnstation westlich der A7 vorgesehen ist. Damit würde die Haltestelle fast genau auf halber Strecke zwischen den Stationen Heimfeld und Neuwiedenthal liegen.“ Deren Entfernung sei bisher die hamburgweit längste (6,7 km) S-Bahnstrecke ohne Station. Duwe erinnert daran, „dass bereits beim Bau der S-Bahnstrecke dort ein Bahnhof als Ersatz der damals bestehenden Bahnhöfe Hausbruch und Tempo­werk vorgesehen war, aber wegen der noch zu geringen Zahl von Anwohnern und Arbeitsplätzen die Realisierung zurückgestellt wurde.“
Die Antragsteller verweisen da­rauf, dass es gegenwärtig es im Einzugsgebiet mehr als 5.000 Arbeitsplätze gibt. Weitere Ansiedlungen (z.B. Carlsberg) und Unternehmenserweiterungen (z.B. hit-Technopark) stünden in naher Zukunft an. Darüber hinaus würde die Siedlung Bostelbek mit ihren mehr als 1.500 Bewohnern genauso von einer guten Schnellbahnanbindung profitieren wie das Krankenhaus Mariahilf.
Ein weiterer Aspekt sei eine mögliche Errichtung eines P&R-Hauses mit etwa 1.000 Plätzen direkt neben der Station, die Pendlerverkehr aus dem südlichen Umland von der Autobahn aufnehmen könnte. „Für eine Realisierung dieser Anlage ist bisher das Bestehen einer S-Bahnstation in Bostelbek als Voraussetzung vorgegeben“, erläutert die FDP und betont: „Bei einer gemeinsamen Planung und Umsetzung wäre die bisherige Argumentation ‚Ohne Station kein P&R bzw. ohne Pendler keine Station‘ hinfällig, da die Synergien perfekt genutzt werden können.“
Ebeso würde es laut FDP eine S-Bahnstation in Bostelbek ermöglichen, die Busverkehre zu den Gewerbeansiedlungen von Hausbruch und Bostelbek sowie jene zwischen Finkenwerder, Heimfeld und Harburg zu beschleunigen und Teile des Fahrgastaufkommens vom Busverkehr auf die S-Bahn zu verlagern.
„Aus den vorgenannten Gründen“, so der Antrag weiter, „ist eine Neuprüfung vor dem Hintergrund aktuell bereits bestehender Nutzungsperspektiven und einer mittelfristig noch verstärkten Gewerbeansiedlung erforderlich.“ Dabei sei nicht nur die Errichtung einer S-Bahnstation zu prüfen, sondern auch die kombinierte Lösung mit einer P&R-Station und einer optimierten Busanbindung von Finkenwerder.
Deshalb fordert die FDP-Fraktion den Senat auf, die zeitgleiche Realisierung einer S-Bahnstation und einer P&R-Anlage am Standort Bostelbek zu prüfen und der Bürgerschaft darüber bis zum 31. Dezember zu berichten.
Nicht zuletzt deshalb lädt Kurt Duwe am Dienstag, 4. Juli zu einem Informationsabend mit ebendiesem Thema ab 18 Uhr in das Landhaus Jägerhof, Ehestorfer Heuweg 12, ein.