Kommt der Beachclub im Binnenhafen noch?

Gerne würde die CDU-Bezirkspolitikerin Christin Detje im Sommer am Treidelweg in einem Beachclub chillen und die Aussicht auf den Binnenhafen genießen aber daraus wird wohl nichts Foto: au

Kommt der Beachclub im Binnenhafen noch?.

Arbeiten zur Entwässerung für Mai geplant.

Der Treidelweg im Februar: Minustemperaturen, eine dicke Schneeschicht, trübes Winterwetter. Es braucht jetzt viel Phantasie, um sich vorzustellen, hier im Sommer mit einem leckeren Cocktail und in sommerlicher Kleidung im Beachclub sitzend auf den Harburger Binnenhafen zu schauen. Phantasie hat Christin Detje, CDU-Bezirksabgeordnte, dafür genug – allein der Glaube an dieses verlockende Sommerszenario fehlt ihr.
Denn nach wie vor hat sich auf der Fläche – zumindest augenscheinlich – nichts getan, von einer Ertüchtigung der Entwässerung ist bis auf zwei große Betonrohre, die am Rand liegen, nichts zu sehen. Die ist allerdings nötig, da durch die Sanierung der Kaimauer das Wasser nicht mehr ablaufen kann.
Und dann auch noch das: Die in einem Interessenbekundungsverfahren gefundenen Bewerber für den Beachclub sind abgesprungen. Zuerst der Erstplatzierte, dann der nachgerückte Zweitplatzierte, teilte die zuständige Finanzbehörde im August 2025 mit.
Doch gerade dieser Punkt verwundert Christin Detje: Wie ihr zugetragen worden ist, seien die Verhandlungen mit dem zweiten Bewerber bereits recht weit fortgeschritten gewesen, das Konzept der gastroerfahrenen Bewerber habe überzeugt, Gespräche und viel E-Mail-Korrespondenz hätten stattgefunden, um noch restliche Punkte zu klären respektive zu ändern. Sogar eine mündliche Zusage soll es bereits gegeben haben, zusätzlich habe man sich flexibel in Bezug auf die bevorstehenden Baumaßnahmen bezüglich der Entwässerung gezeigt. Doch dann sollen die Behörden immer weitere Unterlagen gefordert haben. „Ich frage mich, warum man sie so lange hingehalten hat?“, so Detje. Aufgrund der großen (finanziellen) Unsicherheit seien dann auch letztendlich die Zweitplatzierten abgesprungen, hätten sich aber weiterhin gesprächsbereit gezeigt, letztlich seien mehrere hundert Stunden in das Konzept eingeflossen. Gemeldet hätte sich die Behörde allerdings nicht.
„Um die Entwässerungsmaßnahmen durchführen zu können, wurden bereits im Vorfeld viele Vorbereitungsarbeiten durchgeführt, zum Beispiel die Erstellung eines entsprechenden Konzeptes, Bodenproben, die Einholung von Genehmigungen und die Vorbereitung der Ausschreibung, die in Kürze erfolgt. Ebenso sind alle Vorbereitungen, Anträge für die Wasser- und Stromversorgung vorgenommen worden, die im Zuge der Entwässerungsmaßnahmen auch hergestellt wird. Gemäß aktueller Planungen werden die Arbeiten für die Entwässerung von Mai bis Anfang Juni 2026 durchgeführt, sofern sich keine Verzögerungen ergeben, zum Beispiel durch Regen“, erklärt die Finanzbehörde auf Anfrage des Neuen RUF.
Und wie sieht es aus mit einem Beachclub? – „Die Abstimmungen zur zukünftigen Nutzung und zu einem möglichen Betreiberverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Derzeit werden unterschiedliche Optionen geprüft, darunter auch die Frage, wie und mit welchem inhaltlichen, beziehungsweise konzeptionellen Profil eine erneute Ausschreibung erfolgen kann. Ein konkreter Termin kann zum jetzigen Zeitpunkt daher noch nicht benannt werden“, lautet die Antwort. Unabhängig davon bestehe weiterhin das Ziel, für die Fläche eine tragfähige Nutzung zu finden. Nach Herstellung der Fläche könne auch die Möglichkeit einer befristeten Zwischennutzung geprüft werden, um eine vorübergehende Aktivierung des Standorts zu ermöglichen.
Gegenüber dem Neuen RUF bestätigt die Finanzbehörde den Ablauf der Gespräche mit dem Zweitplatzierten, interpretiert das Geschehen allerdings anders, will von Hinhaltetaktik nichts wissen. „Diese dienten der Klärung offener fachlicher, wirtschaftlicher und vertraglicher Fragen. Im Verlauf der Gespräche wurden zusätzliche Unterlagen und Konkretisierungen angefordert, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen und die langfristige Tragfähigkeit des Konzepts zu prüfen. Dies ist bei Vorhaben dieser Größenordnung ein übliches und notwendiges Vorgehen. Zu keinem Zeitpunkt ist jedoch ein unterschriftsreifer Vertrag zustande gekommen, auch ist keine mündliche Zusage bekannt. Die Gespräche wurden letztlich nicht zum Abschluss geführt. Der zweitplatzierte Bewerber hat sich zurückgezogen. Ob und in welcher Form Gespräche erneut aufgenommen werden können, hängt von den Ergebnissen der derzeit laufenden Prüfungen zur zukünftigen Ausgestaltung und Vergabe des Projekts ab. Eine Vorfestlegung kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden“, so die Finanzbehörde.



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