Hubertus Heil: Schutzschirm für Auszubildende spannen.
Arbeitsagentur gwill gezielt an Schulen aktiv werden.
Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie stark unter Druck. Die Situation der Arbeitnehmer und die Lage auf dem Ausbildungsmarkt treibt den SPD-Bundestagsabgeordneten für Harburg und Süderelbe, Metin Hakverdi, um. „Wir müssen um jeden Arbeitsplatz, aber auch um jeden Ausbildungsplatz kämpfen“, sagt der Abgeordnete. Hakverdi sprach mit Sönke Fock, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg, über die aktuelle Lage. Die Situation sei besorgniserregend, hieß es. Hakverdi: „Die Arbeitslosigkeit ist in der Corona-Krise um 28% gestiegen. Das ist ein deutlicher Anstieg. Die Zahl der Ausbildungsstellen ist um 10% zurückgegangen. Eine signifikante Zahl von Betrieben ist unsicher, ob sie die Ausbildung in der Pandemie ordnungsgemäß durchführen können. Besorgniserregend ist auch der Rückgang der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen.“
„Die Pandemie beeinträchtigt die Berufsorientierung an den Schulen“, sagt seinerseits Sönke Fock und ergänzte: „Jugendliche gehen deutlich häufiger in die Ausbildungsvorbereitung als in eine Ausbildung.“ Er kündigt an, dass die Arbeitsagentur gezielt an Schulen aktiv werden will, sobald die Pandemie dies zulässt. Digitale Ausbildungsmessen sollen noch mehr angeboten werden. Der Chef der Arbeitsagentur hat auch die schwer erreichbaren Schulabgänger im Blick. Fock macht darauf aufmerksam, dass junge Menschen, die jetzt nicht in eine Ausbildung gehen, in eine Konkurrenzsituation mit jungen Leuten geraten, die im kommenden Jahr auf den Ausbildungsmarkt kommen. „Wir brauchen Antworten auf diese Problematik. Wir müssen aufpassen, dass junge Menschen nicht zu Krisenverlierern werden“, sagt Hakverdi. Er sieht den Bund in der Pflicht. In dieser Woche hat er deshalb mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gesprochen. Er unterstützt dessen Initiative, einen Schutzschirm für Auszubildende zu spannen. Geplant ist die Verdopplung der Ausbildungsprämie. Hakverdi: „Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen.“

