Volleyball: Vereine beraten über flexible Staffeleinteilung

Bald neuer Spielmodus auch für die Volleyball-Damen aus Neugraben? Fotograf: Lehmann

Volleyball: Vereine beraten über flexible Staffeleinteilung
Neues Modell in den 2. Bundesligen?

Die Vereine der Volleyball-Bundesliga (VBL) beraten derzeit über die Einführung flexibler Staffelgrenzen in den 2. Bundesligen. Im Juni 2017 hatte die Bundesligaversammlung das VBL-Center beauftragt, Modelle für eine entsprechende Ligareform zu entwickeln. Heino Konjer (Sprecher 2. Bundesligen Nord) und Florian Scheuern (Sprecher 2. Bundesligen Süd) erklären im Interview die Hintergründe und mögliche Auswirkungen.

Was steckt hinter dem Begriff „flexible Staffelgrenzen“?

Heino Konjer: Die Grenzen der 2. Bundesligen sind historisch bedingt und ergeben sich aus den untergeordneten Ligen und Regionalbereichen. Die 2. Bundesliga Nord umfasst den Bereich der Dritten Ligen Nord und West. Die Dritten Ligen Süd und Ost bilden den Unterbau der 2. Bundesliga Süd. Der Vorschlag, flexible Staffelgrenzen einzuführen, sieht vor, dass alle Mannschaften der 2. Bundesligen in einen Topf kommen und die Staffelzuordnung dann nach geografischen Gesichtspunkten erfolgt.

Was ist der Anlass, über flexible Staffelgrenzen in der 2. Bundesliga nachzudenken?

Florian Scheuer: In der aktuellen Saison ist die 2. Bundesliga Süd der Frauen nur mit neun Mannschaften besetzt, während in der Nordstaffel Lizenzanträge interessierter Vereine nicht berücksichtigt werden konnten. In der Vergangenheit hatten wir das auch schon umgekehrt. Da fehlten dem Norden Mannschaften.

Welche konkreten Auswirkungen hätten die Änderungen?

Florian Scheuer: Für die meisten Mannschaften hat dies keine Auswirkungen. Vereine in der geografischen Mittellage könnten aus dem Norden in den Süden verschoben werden, oder umgekehrt. Welche und wie viele Vereine das trifft, kann man derzeit noch nicht sagen. Das hängt auch entscheidend von den Auf- und Absteigern ab.

Wann wird die flexible Staffeleinteilung kommen?

Heino Konjer: Die Vereine der Volleyball-Bundesliga müssen zunächst einmal die Entscheidung treffen, ob sie überhaupt das vorgeschlagene Modell einführen möchten. Sie haben dem VBL-Vorstand und dem VBL-Center im letzten Jahr zunächst nur einen Prüfauftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden den Vereinen vor Weihnachten auf den Regionalkonferenzen vorgestellt und durch die Clubs intensiv diskutiert. Jetzt liegt ein Vorschlag für eine Ordnungsänderung vor, zu dem alle Vereine der 2. Bundesliga ihr Votum abgeben werden. Erst anschließend werden sich die zuständigen Gremien wieder damit befassen.

Würde die flexible Staffeleinteilung auch Auswirkungen auf den Auf- und Abstieg haben?

Heino Konjer: Die Auf- und Abstiegsregelungen wären im Kern nicht betroffen. Es sind weiterhin vier Aufsteiger aus den Dritten Ligen und vier Absteiger aus der 2. Bundesliga vorgesehen. In jedem Fall können, wie aktuell in den Statuten geregelt, nicht mehr als drei Mannschaften in dieselbe Dritte Liga absteigen. In den Dritten Ligen selbst gibt es keine Änderungen an den Staffelgrenzen.

Wie begegnen Sie möglicher Kritik an den vorgeschlagenen Änderungen?

Heino Konjer: Wir nehmen Kritik grundsätzlich sehr ernst und haben uns in diesem Fall im Beratungsprozess bereits mit den Fragen und Bedenken auseinandergesetzt. Nicht alle Interessen und Wünsche lassen sich unter einen Hut bringen und sind in der Praxis umsetzbar. Es wird in dem Prozess auch Mannschaften geben, für die das Modell auch nachteilige Auswirkungen, wie z. B. längere Anfahrtswege zu Auswärtsspielen, hat. Es ist daher nun Aufgabe aller Vereine, die vorgelegten Ergebnisse abzuwägen und dann ihre Entscheidung zu treffen.
Florian Scheuer: Dem stimme ich zu. Dabei muss jeder Verein sowohl seine eigene Position wie auch das Interesse der gesamten Liga im Blick behalten. Mir ist noch ein anderer Aspekt wichtig: Wir müssen auch die Ursache, sprich konkret die fehlenden Mannschaftsmeldungen im Süden der Frauen, angehen.

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