Immer noch Käufer gesucht

Neben dem Ehestorfer Heuweg sind durch die Vorarbeiten auch teilweise der Geh- und Radweg beeinträchtigt. Fotos:mk

Immer noch Käufer gesucht
Rudolf-Steiner-Schule zieht nicht in Alten Jägerhof

Die in der letzten RUF-Ausgabe angekündigten Vorarbeiten zur grundlegenden Modernisierung des Ehestorfer Heuweges sind planmäßig am 8. Januar angelaufen. Auf Höhe des Alten Jägerhofes hört man schon von Weitem die Kettensägen kreischen.
Zur Vorbereitung der Bauflächen müssen laut Bezirk Bäume gefällt und Hecken und Buschwerk gerodet werden.

Die zersägten Baumstämme wurden zum Abtransport gestapelt.

Diese Vorarbeiten sind aufgrund der umfangreichen Leitungsverlegungen und der Verbreiterung der Geh- und Radwege notwendig. Die Geh- und Radwege entsprechen nicht mehr dem geforderten Standard und sind in einem schlechten baulichen Zustand. Auch die Fahrbahn und die Entwässerungseinrichtungen müssen dringend erneuert werden.
Die Busfahrgäste erhalten künftig bessere Warteflächen und barrierefreie Haltestellen. Das Absetzen von Schulkindern wird zukünftig auf drei Kiss&Ride-Parkplätzen im Bereich der neu geplanten Wendeanlage möglich sein. Bei der Planung habe der LSBG darauf geachtet, den Baumbestand möglichst zu erhalten, hieß es in einer Pressemitteilung des Bezirksamtes Harburg. Vor dem Alten Jägerhof wurde in wenigen Tagen eine Menge Grünzeug weggenommen.

Die Rudolf-Steiner-Schule kauft den Alten Jägerhof nicht.

Man hat jetzt beinahe wieder freie Sicht auf die alte Immobilie. So ähnlich wie vor hundert Jahren, als der Haupteingang direkt vom Ehestorfer Heuweg durch einen gepflegten Vorgarten zum Gebäude-Ensemble führte. Aus dem Vorgarten ist in Jahrzehnten eine Waldfläche geworden. Damit die Verkehrsteilnehmer nicht durch umherfliegende Äste beim Sägen gefährdet werden, wird vorsichtshalber zwischen 9 bis 15 Uhr eine Straßenhälfte mittels mobilen Ampeln gesperrt. Am Straßenrand werden die Äste gehäckselt, die gefällten Baumstämme sind für den Abtransport gestapelt.
Übrigens Alter Jägerhof. Nach dem jüngsten Stand der Dinge wird die Rudolf-Steiner-Schule Harburg nicht den Alten Jägerhof kaufen. Nach langwierigen Verhandlungen schien es bereits Ende 2016 so, dass die Rudolf-Steiner-Schule den Zuschlag bekommen hätte. Diese hatte bereits vorher ein Auge auf das Anwesen geworfen. „Unser Kindergarten auf unserem angestammten Standort platzt aus allen Nähten. Wir benötigen dringend ein neues, größeres Gebäude. Auch gerade vor dem Hintergrund, dass die Anmeldezahlen für Kinder ab drei Jahren zunehmen. Zudem beabsichtigen wir, noch eine Kinderkrippe einzurichten. Auf unserer Fläche haben wir keinen vernünftigen Platz dafür“, erklärt damals das Mitglied der kollegialen Geschäftsführung, Klaus-Michael Maurer.
Am Ende der Verhandlungen habe ein Kompromiss gestanden: Der Kaufpreis würde etwas geringer ausfallen, im Gegenzug müsste die Rudolf-Steiner-Schule sich verpflichten, sich um die Baumpflege zu kümmern, erläuterte Maurer. Auf einer Elternversammlung wäre mit großer Mehrheit für den Vertrag gestimmt worden. Angesichts der Tatsache, dass die Waldorfschule ihren gepachteten Schulgarten neben dem Alten Jägerhof unterhalte und das Anwesen ideal für die Zwecke der Rudolf-Steiner-Schule passe, sei die Zustimmung hoch gewesen, so Maurer. Dieser ging davon aus, dass im Oktober 2016 der Vertrag von der zuständigen Bodenkommission abgesegnet wird. Danach wollten Eltern und Lehrer der Rudolf-Steiner-Schule den Alten Jägerhof sanieren.
Maurer damals optimistisch: „Während seines Leerstandes wurde der Alte Jägerhof permanent beheizt. Trotzdem müssen wohl Reparaturen am Dach, an der Heizungsanlage, an den Fenstern und an den elektrischen Leitungen vorgenommen werden. Für diese Instandsetzung werden wir Fachbetriebe engagieren. Aber für Abrissarbeiten sowie das Verlegen von Fliesen und Parkett werden Eltern und Lehrer Hand anlegen. Diese haben mit handwerklichen Arbeiten am jetzigen Standort schon Erfahrung“, sagte Maurer 2016. Aber daraus wurde nichts. Die Verhandlungen zogen sich in die Länge. Bei näherer Untersuchung des Alten Jägerhof stellte sich heraus, dass die Sanierungskosten zu hoch wären. Zudem wollte die Stadt von ihren finanziellen Vorstellungen nicht abrücken, erklärte Maurer gegenüber den RUF das Scheitern der Verkaufsverhandlungen. Die Rudolf-Steiner-Schule habe aber noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass der von ihr als Schulgarten benutzte Streifen neben dem Areal des Alten Jägerhofes erworben werden könnte, teilte Maurer mit.
Zur Zeit wird die überwachte und beheizte Immobilie von der Finanzbehörde wieder zum Verkauf angeboten. Bedingung an einen möglichen Käufer: Benutzt werden darf der Alte Jägerhof lediglich als Kita oder Vorschule. Über diesen ganzen Vorgang schüttelt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer nur den Kopf. Es sei ein völliges Unding, dass die Finanzbehörde fünf Jahre verhandelt und keine Anstalten mache, einen realistischen Verkaufspreis zu verlangen. Dabei wüsste sie, dass die Sanierungskosten alleine schon sehr hoch seien. Welcher Träger einer Kita solle unter diesen Umständen in den Alten Jägerhof einziehen?, fragt sich Fischer.

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