„Wir finden das saudoof!“

Immer weniger Schweinefleisch steht auf den Speisezetteln von Kitas im Bezirk Harburg. Foto: mk

„Wir finden das saudoof!“
AfD kritisiert Verzicht von Schweinefleisch in Kitas

Der Verzehr von Schweinefleisch in Deutschland sei rückläufig, heißt es seit geraumer Zeit in repräsentativen Umfragen. Trotzdem gehöre Schweinefleischwenn auch auf niedrigerem Niveau– nach dem jüngsten Ernährungsbericht 2017 der Bundesregierung nach wie vor zu den Grundnahrungsmitteln der Bevölkerung.

Der AfD-Bezirks- und Bürgerschaftsabgeordnete Harald Feineis kritisiert den Verzicht von Schweinefleisch in den Kitas.
Foto: AfD

Auch die AfD beschäftigte sich in einer Anfrage zum Thema Schweinefleisch. Nach einer Statistik des Agrar-Marktforschungsinstituts AMI, so die AfD, nehme Schweinefleisch nach wie vor den größten Anteil am gesamten Fleischkonsum der Deutschen ein. Demnach verzehre der Bundesbürger durchschnittlich 36 Kilo pro Kopf und Jahr, weiß die AfD zu berichten. Hintergrund der AfD-Anfrage wäre folgende Beobachtung: Seit einigen Jahren verschwinde das Schweinefleisch immer öfter von den Speiseplänen in Kitas und Schulen sowie sonstigen deutschen Bildungseinrichtungen und öffentlichen Kantinen. Begründet wird dies meist mit dem Umstand, dass sich rund 5,5 Prozent der Bürger in Deutschland zum Islam bekennen und damit gegen den Verzehr von Schweinefleisch, hatte die AfD in einer Anfrage festgestellt. Diese wollte von der Verwaltung unter anderem wissen, in welchen Harburger Kitas das Schweinefleisch vom Speiseplan gestrichen worden sei. Auch den Zeitpunkt und die Gründe des Verzichtes von Schweinefleisch sollten aufgelistet werden, verlangte die AfD.
Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) und die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) beantworteten die AfD-Anfrage. „Die für Kindertagesbetreuung zuständige Behörde verfügt nicht über die zur Beantwortung der Frage erforderlichen Daten. Sie hat deshalb die Vertragspartner des LandesrahmenvertragesKinderbetreuung in Tageseinrichtungen“ (Arbeiterwohlfahrt Landesverband Hamburg e.V.; Caritasverband für Hamburg e.V.; Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Hamburg; Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V. Landesverband Hamburg; Diakonisches Werk Hamburg e.V., Kindermitte e.V. – Bündnis für soziales Unternehmertum und Qualität in der Kindertagesbetreuung e.V.; SOALAlternativer Wohlfahrtsverband e.V. Landesverband Hamburg, ElbkinderVereinigung Hamburger Kindertagesstätten gGmbH) und die nicht organisierten Träger von Kindertageseinrichtungen im Bezirk Harburg gebeten, die entsprechenden Auskünfte zu erteilen. Einige Vertragspartner haben nicht konkret auf die Fragestellungen, sondern allgemein zur Thematik geantwortet“, musste die BASFI in ihrer Antwort vom 19. Dezember 2017 einräumen.
Immerhin konnte die BASFI zur Streichung von Schweinefleisch von den Kita-Speiseplänen folgende Aussagen tätigen: „In der für die Beantwortung dieser Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit hat die für Kindertagesbetreuung zuständige Behörde die folgenden Angaben erhalten: Grundsätzlich werden in den Elbkinder-Kitas alle Fleischarten (Geflügel, Lamm, Rind, Schwein) angeboten. 8 von 9 Harburger Elbkinder-Kitas verzichten auf Schweinefleisch. Begründung: Sehr hoher Anteil an Kindern in Harburg, die kein Schweinefleisch essen dürfen, Anwendung der Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung, die einen niedrigen Fleischkonsum vorsehen (4mal im Monat), dabei bevorzugt weißes Fleisch, da es unter gesundheitlichen Gesichtspunkten günstiger zu bewerten ist als rotes Fleisch.“ Aus der in der Antwort beigefügten Tabelle einzelner Kita-Standorte in Süderelbe und Harburg geht hervor, dass nebenElternwünschenauch die „Berücksichtigung religiöser und ethnischer Gründeausschlaggebend für den Verzicht von Schweinefleisch wäre. Auf diese behördliche Stellungnahme reagierte die AfD mit Unverständnis. „Die klassischen Wiener Würstchen, das Schnitzel oder auch Fleischklößchenhalb und halb“, diese kulinarischen Highlights für Kinder verschwinden rasant von den Speiseplänen deutscher Schulen und Kitas, auch in Hamburg. Das gab jetzt die Behörde auf Anfrage der AfD bekannt. Zwar empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter anderem ausdrücklich das AngebotSchweinebraten“, denn der wirke sich wegen seines hohen Eisengehaltes positiv auf Gehirnentwicklung und kognitive Leistungsfähigkeit aus. Dennoch ist das Schwein auf dem Rückzug. Wir finden das saudoof“, betont der AfD-Bezirks– und Bürgerschaftsabgeordneter Harald Feineis. Seiner Meinung nach sei das Schweinefleisch Teil deutscher Esskultur und könne deswegen nicht von den Speiseplänen verbannt werden. „Wer kein Schwein mag, der isst einfach keines. Es wird ja niemand verhungern, wenn er an dem Tag nur die Beilagen isst“, gibt der AfD-Mann zu bedenken.
Während es in Dänemark und Frankreich bereits Bewegungen gebe, so Feineis weiter, die, teils von Amts wegen, ausdrücklich anordnen, Schweinefleisch anzubieten, drücken sich immer mehr Hamburger Einrichtungen davor, diesen Teil europäischer Esskultur zu bewahren. „Wie sich bereits aus einer früheren Senatsanfrage ergibt, begründen die Verantwortlichen in den Bildungseinrichtungen den Verzicht aufs Schwein überwiegend mit dem hohen Anteil muslimischer Kinder. Die knicken ein und verleugnen einen Teil ihrer Kultur. Kein Kind ist gezwungen, entgegen seines Glaubens oder seiner gewohnten Ernährung Schweinefleisch zu sich zu nehmen“, betont Feineis abschließend.

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