Kinderbauernhof feiert 30-jähriges Jubiläum

Gerd Horn mit Hahn Cäsar: Seit 30 Jahren leitet Horn die Geschicke des Kinderbauernhofs in Kirchdorf-Süd.Foto: au

„Das ist mein Lebenswerk!“
Kinderbauernhof feiert 30-jähriges Jubiläum

(au) Kirchdorf-Süd. Ein ruhiges Schwätzchen mit Gerd Horn zu führen, ist wahrlich ein schwieriges Unterfangen: Entweder klingelt das Telefon oder Kinder wuseln um ihn herum, sogar nach Eiern für den Geburtstagskuchen wird auf dem Kinderbauernhof Kirchdorf (Kibaho) gefragt. Kurzum: Gerd Horn ist ein gefragter Mann!
Der Leiter des Kibaho ist das Gesicht des idyllischen Bauernhofs am Rande der Hochhaussiedlung in Kirchdorf-Süd.

Seit 30 Jahren können große und kleine Besucherinnen und Besucher den Kinderbauernhof Kirchdorf besuchen. Foto: au

Doch die eigentlichen Stars sind die rund 260 Tiere, die hier leben: Ziegen, Schweine, Hühner, Hunde, Katzen, Mäuse, Pferde und viele Tiere mehr. Sogar Exoten wie Schlangen, Bartagame und Papageien haben hier ein neues Zuhause gefunden. durchschnittlich mehr als 20.000 Kinder und Erwachsene aus dem gesamten Hamburger Bereich kommen im Jahr in den Stübenhofer Weg 19.

Sieht ganz schön puschelig aus: Hühner jeglicher Art und Größe sind auf dem Kinderbauernhof zu Hause.Foto: au

Die Erfolgsgeschichte des Kibaho begann vor genau 30 Jahren: Dieses Jubiläum wird nun am 19. und 20. August jeweils ab 12 Uhr groß gefeiert. Dann stehen Treckerfahren, Reiten, Schlemmen, Hüfpburg, eine Tombola und vieles mehr auf dem Programm. Offiziell eröffnet wird die Jubiläumsfeier von Schirmherr und Bezirksamtsleiter Falko Droßmann.
„Ich bin schon ganz schön stolz auf das, was hier geschaffen wurde“, erzählt Gerd Horn. Der 63-Jährige gehörte vor 30 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Kibaho. Der Kinderbauernhof Kirchdorf e.V. entstand 1987 aus der Initiative engagierter Eltern auf einer brachliegenden Freifläche in Kirchdorf. Für die Kinder aus den angrenzenden Hochhaussiedlungen wollte man die Möglichkeit schaffen, Natur und Tiere hautnah zu erleben. Ein Erfolgsprojekt, das bis heute andauert.
Warum Gerd Horn auch noch nach all den Jahren immer noch Freude an seiner Arbeit hat, kann er ganz genau benennen. „Dass ist das Gefühl, für die Kinder etwas geschaffen zu haben, wo sie Dinge erleben können, die sie sonst nicht hätten erleben können. Und wenn ich dann einen dieser Momente erhasche, wo ich die tiefe Verbindung zwischen einem Kind und einem Tier sehe, ist das eine tolle Erfahrung. Was ich da spüre, berührt mich sehr. Außerdem will ich erreichen, dass die Kinder die Tiere schätzen lernen.

Neben Pferden, Schweinen und Ziegen gibt es auch exotische Tiere wie zum Beispiel diesen Pfau.Foto: au

Das alles ist mein Motor!“ Unterstützung erhält Horn, der übrigens für sein Engagement 2015 mit der Ehrennadel Elbinseln ausgezeichnet wurde, von zurzeit 18 Ehrenamtlichen. Ohne sie wäre der Betrieb nicht aufrechtzuerhalten. „Im vergangenen Jahr wurden 28.500 ehrenamtliche Stunden bei uns auf dem Hof geleistet!“, weiß Gerd Horn. Zudem gibt es fünf Mini­jobber – darunter auch Horn selber – die von der Sozialbehörde finanziert werden.
Auch nach 30 Jahren ist der Besuch des Kinderbauernhofes für Einzelbesucher und Familien kostenfrei und soll es auch bleiben, denn jeder Besucher ist willkommen.

„Wir finanzieren uns aus Spenden und aus Einnahmen von Veranstaltungen“, erzählt Horn. Auch wenn der Kibaho einigermaßen über die Runden kommt, es muss mit jedem Cent gerechnet werden. Und es fallen immer mal wieder außerplanmäßige Kosten an. So zum Beispiel sind die Gebäude teils 25 Jahre alt und müssen erneuert werden, der Stall und das Dach brauchen eine Grundsanierung. Das allerdings klappt ohne weitere Unterstützung nicht. Auch sonst wird quasi rund um die Uhr daran gearbeitet, dass sich große und kleine Besucherinnen und Besucher rundherum wohlfühlen: „Wir haben letztes Jahr viel an der Gestaltung des Grundstücks gearbeitet“, so Horn. Unter anderem ist dabei eine Chill-Ecke entstanden.
Wie lange der gebürtige Wilhelmsburger die Leitung mit teils 14 Stunden Arbeit am Tag noch leisten kann, weiß er nicht, aber „ich arbeite jetzt seit zwei Jahren an meiner Nachfolge“, sagt Horn. Seine Tochter stünde bereit, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Dass er den Hof für immer verlassen könnte, sieht er allerdings nicht: „Das ist mein Lebenswerk. Mein Traum ist es, vielleicht in zehn Jahren weiterhin für den Kibaho Spenden zu sammeln oder Kindergeburtstage zu veranstalten!“

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