„Ausverkauf des Gesundheitswesens stoppen“

„Ausverkauf des Gesundheitswesens stoppen“.

Medizinische Versorgungszentren in Investorenhand.

Die Verbreitung von medizinischen Versorgungszentren (MVZ) verändert zunehmend die ambulante Versorgungsstruktur in Deutschland. Der Anteil von niedergelassenen Ärzten schrumpft durch die Bündelung von Arztsitzen in MVZ, in denen Ärzte angestellt arbeiten. Private Investoren seien an vielen MVZ ohne transparente Kennzeichnung beteiligt. Mit einer Großen Anfrage an den Senat beleuchtet die grüne Bürgerschaftsfraktion die Situation in Hamburg.
Dazu Gudrun Schittek, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion: „Sind Arztsitze einmal an private Investoren verkauft, wird in den Praxen unter anderen Bedingungen gearbeitet. Denn wo Investoren Gewinne erwirtschaften wollen, steht nicht mehr alleine das Wohl der Menschen im Mittelpunkt. Über den Umweg einer Beteiligung an einer Klinik ist es Investoren möglich, medizinische Versorgungszentren in ganz Deutschland zu gründen. In manchen Fachgebieten sind kaum mehr niedergelassene Ärzt*innen zu finden. Labormedizin wird in Hamburg zu 100% in MVZ erbracht, Nierenheilkunde zu 87% und Radiologie zu 49%. In anderen Fachbereichen gibt es ebenfalls steigende Trends. Diese Entwicklung macht uns große Sorgen.“ Schittek befürchtet eine Gefährdung der Struktur und der Qualität in der ambulanten Versorgung. Die Gründung von MVZ müsse für Investoren stärker reguliert werden. Im ersten Schritt brauche man dringend mehr Transparenz über die Eigentumsverhältnisse, so die grüne Bürgerschaftsabgeordnete. „Wer eine Praxis betritt, soll wissen, ob Gewinne aus der Behandlung möglicherweise abgeschöpft werden. In weiteren Schritten müssen neue Gesetze im Bund verhindern, dass sich Investoren an den Beiträgen der Versicherten bereichern können. Es darf keinen Ausverkauf des Gesundheitswesens geben!, fordert Schittek.



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