16. bis 29. März: Internationale Wochen gegen Rassismus.
Zahlreiche Veranstaltungen in Süderelbe.
„100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ lautet das Motto der bundesweiten Wochen gegen Rassismus in diesem Jahr. Vom 16. bis zum 29. März finden in ganz Deutschland Aktionen und Veranstaltungen zu diesem Thema statt. Auch südlich der Elbe sind Menschen eingeladen, sich bei zahlreichen Lesungen, Ausstellungen und kreativen Workshops mit den Themen Rassismus und Diskriminierung auseinanderzusetzen. „Mischen Sie sich ein und erheben Sie die Stimme für ein Zusammenleben in Vielfalt – gegen Diskriminierung in Harburg, Süderelbe und überall“, ruft das Organisationsteam zur Unterstützung auf.
Eine Fotoausstellung mit dem Titel „Leben ohne Rassismus 2.0“ läuft während der gesamten Aktionszeit in der Harburger Bücherhalle, Eddelbüttelstraße 47a. Der Fotograf Gerardo Palacios Borjas hat 15 Menschen porträtiert, die dazu aufrufen, „in jedem Menschen das Individuum zu sehen und ihm die gleiche Empathie und Offenheit entgegenzubringen wie jedem anderen auch“, heißt es in dem Ankündigungstext.
Die DRK-Stadtteileltern aus Neuwiedenthal teilen ab Montag, 16. März, auf dem Messenger-Dienst „Signal“ jeden Tag ein Wort aus acht Sprachen, die vom Team gesprochen werden – mit Audiodateien und Schriftform.
Am Dienstag, 17. März, ist ab 19 Uhr die Autorin Diana Dua zu Gast in der Harburger Bücherhalle. Sie liest aus „Zeilen gegen Unbehagen“ und teilt ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus, Anderssein und Identität. Der Eintritt ist frei.
Die erste Woche endet mit einem Workshop am Freitag, 20. März. Von 10 bis 13 Uhr sind Eltern und Kinder eingeladen in das EKiZ Storchennest, Weidengrasweg 2a. „Mit Hilfe von Spielzeug für Vielfalt und Antirassismus wollen wir mit Eltern und Kindern spielerisch in den Austausch kommen über (versteckte) diskriminierende Situationen im Alltag. Wir feiern unser buntes Miteinander!“, so die Organisatoren vom Deutschen Roten Kreuz. Die Veranstaltung ist kostenlos und kann ohne Anmeldung besucht werden.
Am Dienstag, 24. März, organisieren Mitarbeiter des Kulturhauses Süderelbe und der Stadtteilschule In den Reethen vormittags einen Workshop mit dem Titel „Lebensrealität Rassismus“ für Schüler der Jahrgänge 5 und 6.
Am gleichen Tag ist die Journalistin Andrea Röbke um 19 Uhr zu Gast im Harburger Stellwerk, Hannoversche Straße 85. Der Titel des Abends lautet: „Demokratie in Gefahr – Extrem rechte Erscheinungsbilder, Netzwerke und Strategien in der Region“. Die Politologin und Journalistin hat sich auf das Them Rechtsextremismus spezialisiert und einige Bücher veröffentlicht. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Der Eintritt ist frei.
Ebenfalls am Dienstag ist eine Veranstaltung im Kulturwohnzimmer im Gloria-Tunnel angesetzt. Um 19 Uhr ist Diana Dua zu Gast bei „unartig.harburg“. Geplant ist eine Lesung mit dem Titel „Wie Sprache das Unbehagen von Rassismusbetroffenen schürt“ mit anschließendem Gespräch über Sprache, Wirkung und Selbstermächtigung. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Am Mittwoch, 21. März, sind ebenfalls im Gloria-Tunnel von 15 bis 20 Uhr eine Plakatwerkstatt, ein kreativer Workshop und eine anschließende Ausstellung über „die Macht der Worte“ geplant. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Beide Veranstaltungen im Gloria-Tunnel finden angesichts der gerade begonnenen Sanierungsarbeiten am Tunnel unter Vorbehalt statt. „Sollten die laufenden Bauarbeiten eine Nutzung zum Zeitpunkt der Veranstaltungen nicht zulassen, werden die Veranstaltungen verlegt, und der neue Veranstaltungsort wird umgehend über die Homepage und Social Media bekanntgegeben“, teilt das Orgateam mit.
Am Donnerstag, 26. März, wird von 14 bis 18 Uhr im DRK-Stadtteiltreff „Mittendrin“, Harburger Ring 8-10, ein Aktionstag unter dem Motto „Let’s connect! Für ein friedliches und vielseitiges Miteinander“ gefeiert. Interaktive Stationen mit Spielen, Henna und Bastelaktionen laden zum gemeinsamen Gestalten und Kennenlernen ein. Bei Livemusik, Snacks und Getränken können sich Menschen in ungezwungener Atmosphäre begegnen und austauschen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Am Donnerstag und Freitag bietet INVIA Hamburg e.V. einen Selbstverteidigungsworkshop für Migrantinnen unter dem Motto „Mehr Sicherheit im Alltag“ an. Jeweils von 9 bis 12.30 Uhr zeigt eine qualifizierte WenDo-Trainerin im Freizeitzentrum Feuervogel, Baererstraße 36 den Teilnehmerinnen, wie sie gefährliche Situationen früh erkennen, klare Grenzen setzen und selbstbewusst auftreten. Die Veranstaltung kostet drei Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an frauen-staerken@invia-hamburg.de.
Die beiden Wochen gegen Rassismus enden in Harburg am Samstag, 28. März, in der KulturWerkstatt, Kanalplatz 6. Carol Dias Pereira Wohlfahrt und Alexa Höber zeigen in ihrer Performance „True Crime Story“ die Zusammenhänge von Rassismus und Klimagerechtigkeit, Kolonialismus und Kapitalismus. Wissenschaftliche Fakten und journalistische Recherchen verbinden sich mit Live-Musik, spirituellen Tänzen und Videoprojektionen. Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung bitte bis zum 24.März per E-Mail an info@globales-lernen-harburg.de.
Organisiert werden die Wochen gegen Rassismus von einem Netzwerk verschiedener Einrichtungen und Initiativen unter dem Dach der Koordinierungs- und Fachstelle Lokale Partnerschaften für Demokratie Harburg und Süderelbe der Lawaetz-Stiftung. Mit dabei sind unter anderem die Quartiersbeiräte Neugraben und Neugraben-Fischbek, die Initiative Willkommen in Süderelbe, der Harburger Integrationsrat und der Jugendmigrationsdienstes IN VIA Hamburg e.V. Das Harburger Bezirksamt fördert die Aktionswochen. „Wer in Harburg lebt, arbeitet, lernt oder seine Kinder großzieht, muss sich jederzeit sicher fühlen – unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Das ist Aufgabe und Anspruch nicht nur an Politik und Verwaltung, sondern an alle Harburgerinnen und Harburger. Dazu leistet das Vereinsleben im Bezirk einen täglichen Beitrag, und die Internationalen Wochen gegen Rassismus bieten dafür noch einmal einen besonderen Rahmen. Ich danke allen Beteiligten und hoffe auf interessante Veranstaltungen und Diskussionen“, sagt der Harburger Bezirksamtsleiter Christian Carstensen.
Das komplette Programm ist im Internet unter www.iwgr-harburg-suederelbe.de abrufbar.


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