Vor dem Elbtunnel nicht schleichen! Und: Betonkrebs zerfrisst Brücke!

pm -Christian Merl (li.) und Herrmann Grünfeld: „Wir müssen heute und jetzt bauen.Ò

Vor dem Elbtunnel nicht schleichen! Und: Betonkrebs zerfrisst Brücke!.

Verkehrskoordinator erläutert Baumaßnahmen.

Stau auf der A7 vor dem Elbtunnel (bis weit über Fleestedt hinaus), Stau im Finkenwerder Knoten (teils bis zum Neßdeich) oder Stau auf der Waltershofer Straße (nicht selten bis nach Heimfeld auf der B73). Den Autofahrern wird in diesen Tagen im Süden der Stadt einiges zugemutet. Über das Warum und Wieso informierten am Dienstag Hamburgs Verkehrskoordinator Christian Merl und Herrmann Grünfeld (HPA).
Der Stau auf der A7 könne demnach sehr einfach vermieden werden, sagte Merl: Wenn die PKW- und LKW-Lenker vor dem Elbtunnel alle mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h unterwegs wären, dann würde der Verkehr zügig fließen, denn auf der aktuellen Baustelle vor dem Elbtunnel werde nur in der Nacht gearbeitet. Es sei daher absolut nicht notwendig, vor oder im Baustellenbereich abzubremsen und im Schritttempo zu rollen. Vor dem Tunnel werden aktuell auf einer Strecke von 3,8 Kilometern, die bautechnisch aus mehreren Brückenabschnitten besteht, die Lamellen, einschließlich der Lamellenkästen, zwischen diesen Abschnitten ausgetauscht. Das sei notwendig geworden, so Merl, weil die Lamellen nach 50 Jahren brüchig geworden und schon mehrfach geschweißt wurden und damit ihre Lebenszeit erfüllt hätten. Nun aber sei der Punkt gekommen, an dem sie zwingend ersetzt werden müssten: Eine Notmaßnahme, die nicht weiter hinausgezögert werden kann. Noch bis zum 15. Juni bleibe dieses leidige Thema den Autofahrern erhalten. Es sei eine alternativlose Maßnahme, erläuterte Merl, die zwingend noch vor den Sommerferien durchgeführt werden musste.
Um die Auffahrt auf die A7 aus Richtung Finkenwerder / Altes Land etwas zu erleichtern, hat HPA diese Auffahrt verlängert, was die Situation bereits deutlich entschärft habe.
Problem Nr. 2 ist die Sanierung der (südlichen) blauen Bogenbrücke im Finkenwerder Knoten. Obwohl gar nicht so furchtbar alt, habe ihr der intensive LKW-Vverkehr sehr zugesetzt. Weil lediglich Spezialfirmen, von denen es nicht sehr viele gibt, die notwendigen Arbeiten durchführen können, musste vorübergend, so Grünfeld, in diesem Bereich eine intelligente Verkehrsführung eingerichtet werden, um die Behinderung so gering wie möglich zu halten – zum Beispiel mittels einer zusätzlich eingerichteten Spur. Grünfeld weiß, wovon er spricht, denn er wohnt im Alten Land und muss täglich auf dem Weg zur Arbeit durch den Finkenwerder Knoten. Ab 8. August heißt es im Knoten dann wieder „freie Fahrt“. Man habe dieses Zeitfenster zwingend nutzen müssen, erläuterte der HPA-Mann, wohl wissend, dass der Moorburger Elbdeich ebenfalls für die Durchfahrt gesperrt ist. Diese Baustelle habe man in der Behörde fünf Jahre lang geplant. Sie mal eben um einige Wochen zu verschieben, sei nicht möglich gewesen.
Wenn die Arbeiten am Moorburger Elbdeich abgeschlossen sind, darf man sich auf eine neue Baustelle im Finkenwerder Knoten freuen. Zwischen 2021 und 2024 muss auch die nördliche Bogenbrücke im Knoten saniert werden. Wie auch die blaue Brücke, mache ihr der so genannte „Betonkrebs“ zu schaffen. Beim Bau sei vermutlich minderwertiger Kies verwendet worden, der die Brückenstruktur zerstört und regelrecht zerfrisst, erläuterte Merl. Dass auch der Heykanaustieg während der letzten Tage voll gesperrt war, sei eine Panne gewesen, räumte Merl ein. Dort führe Hamburg Wasser Arbeiten aus, die diese Maßnahme notwendig gemacht hatten, allerdings habe es keine Rücksprache mit HPA oder dem Verkehrskoordinator gegeben. Ab Anfang der Woche soll diese Straße für den Verkehr wieder freigegeben werden.
Beginnend mit dem Jahr 2020 wird auch die A7 vor dem Eltunnel um zwei weitere Spuren ergänzt. Die Vorarbeiten laufen seit geraumer Zeit. Wen es tröstet: Bund und Stadt investieren während der nächsten Jahre rund 8-10 Milliarden in verkehrliche Infrastrukturmaßnahmen. Dazu gehört auch die A26.



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