„Steine schleppen für mehr Vielfalt“

„Steine schleppen für mehr Vielfalt“.

GÖP-Projekt erhält UN-Auszeichnung.

Das GÖP-Projekt „Steine schleppen für mehr Vielfalt“ wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Würdigung nahm Mitte Juni Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) im Garten des Elbe-Tideauenzentrums in Moorwerder vor. Mit der Auszeichnung werden vorbildliche Projekte geehrt, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen.
Die Eindeichung von Vorlandflächen, das Anlegen von Uferbefestigungen sowie der Ausbau von Schifffahrtswegen haben zu einer starken Reduzierung vorwiegend naturbelassener Elbufer geführt. Derart künstlich veränderte Uferabschnitte bieten nur wenig Raum für eine natürliche Entwicklung der Landschaft. Mit „Steine schleppen für mehr Vielfalt“ versucht die Gesellschaft für ökologische Planung e.V. (GÖP) naturnähere Uferzonen zu schaffen, in denen Tier- und Pflanzenarten zusätzlichen Lebensraum an der Hamburger Tideelbe finden können. Das GÖP-Team und tatkräftige ehrenamtliche Helfer befreien zahlreiche Uferabschnitte innerhalb der Naturschutzgebiete und europäischen Schutzgebiete, kleinflächig und per Hand, von steinernem Uferdeckwerk. „Das ist sehr anstrengend. Und wir haben immer nur ein kurzes Zeitfenster, da wir nur bei Niedrigwasser arbeiten können“, erklärt Kai Schmillig, GÖP-Geschäftsführer. Mit diesem schonenden Vorgehen kann eine Schädigung des Bewuchses vermieden werden, das bei einem maschinellen Eingriff entstehen würde. An den zwanzig, bereits renaturierten Stellen formt die natürliche Dynamik der Gezeiten nun artenreichere Lebensräume. Zu den sichtbaren Erfolgen zählt beispielsweise, dass die Anzahl der Exemplare des bedrohten Schierlings-Wasserfenchels auf einer der ersten Maßnahmenflächen im Naturschutzgebiet Schweenssand deutlich gestiegen ist. Aus diesem Grund lässt sich für die nächsten geplanten 15 Maßnahmen auf ähnlich erfreuliche Ergebnisse hoffen.
Mit ihrer Auszeichnung würdigt die UN-Dekade-Fachjury nun die Projektidee und das Engagement der Mitwirkenden. Während der Preisverleihung überreichte Jens Kerstan neben der Urkunde auch die Trophäe „Vielfalt-Baum“, welche symbolisch für die Naturvielfalt steht, an Kai Schmille. „Ich freue mich, dass ihr das Projekt entwickelt habt und man an vielen Stellen die Früchte eurer Arbeit sehen kann“, so Kerstan, der selber von 1995 bis 2011 Vorsitzender des Naturschutzverbandes war.
Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltigen Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen können. Äber die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind.



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