Sechzig emissionsfreie Busse für die Hochbahn bis 2019/20

Noch in Planung: Der neue Busbetriebshof auf dem sogenannten Gleisdreieck, einer Brachfläche zwischen Güterumgehungsbahn, der S1 und U1 im Norden Hamburgs.Foto: hochbahn

Sechzig emissionsfreie Busse für die Hochbahn bis 2019/20
Auch Harburg muss den Betriebshof umbauen

(pm) Harburg/Hamburg. Die Zeit des Testens ist vorbei! Der Umstieg auf den emissionsfreien Nahverkehr beginnt. Schon Anfang 2019 sollen die ersten serienreifen emissionsfreien Elektrobusse zur Hochbahn kommen. Das Unternehmen hat dazu eine europaweite Ausschreibung von 60 emissionsfreien 12-Meter-Bussen für 2019 und 2020 gestartet. Damit geht die Hochbahn schon ein Jahr früher als geplant in die Umsetzung, die Vorgabe des Hamburger Senats zu erfüllen. Diese sieht die verpflichtende Anschaffung emissionsfreier Busse ab 2020 vor. Läuft alles planmäßig, kann das Ziel des emissionsfreien Busverkehrs durch den sukzessiven Austausch der rund 1000 Dieselbusse zählende Hochbahn-Flotte durch Elektrobusse bis Anfang der 30er-Jahre erreicht werden.
Anfang 2019 soll hierzu der neue Hochbahn-Busbetriebshof in Alsterdorf in Betrieb gehen. Dieser wird in den darauffolgenden Jahren 240 emissionsfrei angetriebene Elektrobusse aufnehmen. 70 Millionen Euro Investitionen sind für den Bau veranschlagt. Gleichzeitig beginnt der Umbau der Infrastruktur (u.a. Stromversorgung, Ladetechnik, Werkstätten) auf allen weiteren Busbetriebshöfen in Harburg, Langenfelde, Hummelsbüttel, Wandsbek und Billbrook.
Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn: „Jetzt geht es darum, sukzessive unsere Flotte umzustellen. Wir sind sehr glücklich, dass neben Hamburg auch andere Städte mitziehen. Denn damit wird der Markt für Fahrzeughersteller deutlich größer und damit attraktiver.“
Vor einem Jahr hatten der Erste Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, und sein Amtskollege Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, den Startschuss für eine gemeinsame Beschaffungsinitiative für emissionsfreie Linienbusse im öffentlichen Nahverkehr gegeben. Berlin und Hamburg sind nicht nur die einwohnerstärksten Städte Deutschlands, sondern betreiben mit ihren drei Unternehmen (BVG in Berlin und HOCHBAHN sowie VHH in Hamburg) auch die größten deutschen Busflotten: über 340 Buslinien mit knapp 3 000 Bussen und über 740 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Damit gehören die beiden Städte zu den größten Abnehmern von Linienbussen in Europa – mit einem entsprechenden Investitionsbudget.
Henrik Falk weiter: „Wir sind jetzt einen Riesenschritt weiter. Mit der Standardisierung der Fahrzeugtechnologie schaffen wir die Grundlage für einen funktionierenden Markt für Elektrobusse. Wir benötigen Fahrzeuge, die in punkto Verlässlichkeit, Verfügbarkeit und Anschaffungskosten mit einem konventionellen Dieselbus mithalten können. Dann steht der konsequenten Umrüstung der Busflotten nichts mehr im Wege. Der öffentliche Nahverkehr beweist damit einmal mehr, dass er Trendsetter für ökologische urbane Mobilität ist.“
Die Betriebshöfe müssen Schritt für Schritt mit Ladeinfrastruktur und ausreichender Stromversorgung ausgerüstet werden. Hinzu kommen neue IT-Systeme für die Fahrzeugüberwachung und Betriebssteuerung sowie umfangreiche Qualifizierungsprogramme für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen.

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