Hilfe bei gesundheitlichen Problemen

„Es mobilisiert Erinnerungen!“
Wohlfühlaktionen für Demenzerkrankte

(au) Wilhelmsburg/Kirchdorf-Süd. Ein Mittwochnachmittag, das Wetter ist angenehm, nicht zu warm und nicht zu heiß, ein leichte Brise weht. Theda Kapahnke wartet schon auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wohlfühlaktion des Demenznetzes Wilhelmsburg, die an diesem Tag auf dem Kinderbauernhof Kirchdorf stattfindet.

Die Wohlfühlaktion des Demenznetzes Wilhelmsburg fand zuletzt auf dem Kinderbauernhof in Kirchdorf statt. Die Ziegen waren begeistert von den mitgebrachten Möhren. Foto: au

Die ersten sind schon da, nach und nach trudeln sie alle ein, am Ende ist die Gruppe rund 15 Personen groß, bestehend aus Demenzerkrankten und ihren Angehörigen. Einmal im Monat organisert Theda Kapahnke, Koordinatorin des Demenznetzes Wilhelmsburg, diese Wohlfühlaktionen. „Wir waren schon in der Windmühle Johanna, im Museum Elbinsel Wilhelmsburg, im Wasserwerk oder im Bunker. Wir sitzen dann gemütlich beisammen, trinken Kaffee, essen Kuchen und erhalten meist eine kleine Führung“, erzählt die 51-Jährige.
Das Demenznetz Wilhelmsburg der Diakonie Wilhelmsburg bietet niedrigschwellige Betreuungsangebote mit dem Ziel, pflegende Angehörige zu entlasten. Außerdem verbessert das Demenznetz mit seinen Angeboten die Betreuungs- und Versorgungssituation von Menschen mit Demenz – unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation. Von drei angebotenen Bereichen – Ehrenamt Häuslichkeit, Gruppenbetreuung und Wohlfühlaktion – laufen die Wohlfühlaktionen am besten.
„Das schöne an dieser Gruppe ist, dass keiner komisch guckt. Alle helfen einander“, weiß Kapahnke. Nicht nur für die Angehörigen sind die Wohlfühlaktionen eine liebgewonnene und wichtige Abwechslung im schwierigen Alltag, auch für die Demenzerkrankten sind sie immer wieder „was ganz Besonderes! Es mobilisiert Erinnerungen. Viele treffen bei den Aktionen auch alte Bekannte wieder und erinnern sich“, freut sich Kapahnke. Auf dem Kinderbauernhof sind es diesmal die Ziegen und Hühner, die die Gruppe begeistern. Mit großer Freude werden Möhren verteilt, Ohren gekrault oder einfach nur fasziniert zugeguckt. Anschließend geht es zu Kaffee und Kuchen ins Haupthaus.
Aus langjähriger Erfahrung weiß Theda Kapahnke, wie wichtig solche Aktionen, aber auch das Demenznetz Wilhelmsburg an sich, für Angehörige und Erkrankte sind und rät: „Viele Angehörige kommen zu spät zu uns, um sich helfen zu lassen. Viele meinen, sie können das selber. Aber das ist meistens nicht so. Gerne können sich Angehörige an das Demenznetz Wilhelmsburg wenden. Wir beraten und helfen und machen auch Hausbesuche!“ Zu erreichen ist das Demenznetz Wilhelmsburg, Theda Kapahnke, unter 040 75245922.

Leben mit Demenz in Hamburg
Broschüren mit praktischen Informationen

(au) Wilhelmsburg. Die Anzahl älterer Menschen nimmt zu – und damit auch die Zahl derjenigen, die von einer Demenz betroffen sind. Schätzungen gehen davon aus, dass es in Hamburg aktuell über 31.000 demenziell Erkrankte gibt, 2030 werden es etwa 39.000 sein.

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat zwei Broschüren zum Thema Demenz herausgegeben. Foto: kwh-design.de

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) reagiert auf den wachsenden Informations- und Beratungsbedarf von Betroffenen und ihren Angehörigen und hat deshalb zwei stark nachgefragte Broschüren zum Thema in überarbeiteter Form neu aufgelegt. Sie informieren unter anderem über Versorgungs-, Betreuungs- und Freizeitangebote in der Hansestadt sowie über ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz.
„Eine demenzielle Erkrankung ist ein gravierender Einschnitt im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Sie werden vor schwierige Entscheidungen gestellt. Die beiden Broschüren sollen ihnen in dieser Situation Hilfestellungen geben. Sie vermitteln einen aktuellen Überblick über die umfangreichen Angebote zur Beratung und Versorgung in Hamburg und zeigen, wie sich innovative Projekte wie die Gründung einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft verwirklichen lassen“, sagt Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.
Die Broschüre „Leben mit Demenz in Hamburg – Rat und Hilfe für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“ wurde im Rahmen der „Landesinitiative Leben mit Demenz in Hamburg“ 2014 entwickelt und jetzt grundlegend aktualisiert. Die dritte Auflage enthält Informationen über die Erkrankung, über Therapiemöglichkeiten sowie über die verschiedenen Unterstützungs- und Beratungsangebote für Erkrankte sowie Angehörige. Die neue Broschüre informiert auch über Möglichkeiten der Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Demenz, über kulturelle Angebote und über das Thema „Technik im Alter“ sowie die Leistungen der Pflegeversicherung. Ein umfangreicher Adressteil erleichtert die Kontaktaufnahme mit den Beratungsstellen, Leistungsanbietern und anderen Institutionen.
Da es ein wachsendes Interesse an kleinräumigen Pflegeangeboten als alternative Wohn- und Versorgungsform zwischen der Pflege zu Hause und in einer stationären Pflegeeinrichtung gibt, wurde auch die Broschüre „Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz“ überarbeitet und neu herausgegeben. Ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaften sind eine Möglichkeit, weiter in familiärer Atmosphäre zu leben und gut gepflegt zu werden. Die Broschüre enthält Informationen zum Aufbau einer Gruppe, zur Finanzierung und bietet auch eine Auswahl an Mustervereinbarungen. Sie richtet sich daher insbesondere an Angehörige und andere persönliche Interessenvertreter, die sich über diese neue Wohnform informieren wollen. Persönliche Unterstützung und Beratung erhalten Interessierte und Gründer zum Beispiel bei der Hamburger Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften (www.koordinationsstelle-pflege-wgs-hamburg.de/).
Die beiden Broschüren stehen online unter www.hamburg.de/bgv/veroeffentlichungen zur Verfügung und sind per E-Mail unter publikationen@bgv.hamburg.de sowie telefonisch unter 040 42837 2368 zu bestellen.

Darmprobleme
Mariahilf informiert über Divertikulitis

(pm) Harburg. Der Mariahilf-Chefarzt Dr. Christopher Wenck spricht am Dienstag, 8. August, im Rahmen des Patientenforums der Helios Mariahilf Klinik, Stader Straße 203 c, über das Thema „Probleme mit dem Darm – Divertikulitis“. Interessierte sind um 18 Uhr herzlich in die Cafeteria der Klinik eingeladen.
Insbesondere bei älteren Menschen können sich aufgrund eines schwächeren Bindegewebes Ausstülpungen im Darm bilden, die so genannten Divertikel. Das ist zunächst einmal nicht schlimm. Doch wenn sich die Divertikel entzünden, können sie starke Beschwerden verursachen. Dann sprechen Mediziner von einer Divertikulitis. „Nur ungefähr zehn Prozent der vorhanden Divertikel entzünden sich. Meist bleiben die Ausstülpungen also unbemerkt und harmlos“, erklärt Dr. Christopher Wenck, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Entzündungen führen hingegen zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, eventuell Fieber und allgemeinem Unwohlsein. „In diesen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn eine unbehandelte Divertikulitis kann zu Darmdurchbrüchen, Blutungen und weiteren schweren Komplikationen führen“, so der Experte weiter.
Nutzen Sie die Gelegenheit und kommen Sie mit ihm im Anschluss an seinen Vortrag über die verschiedenen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten ins Gespräch.
Das Patientenforum findet regelmäßig mehrmals im Monat um 18 Uhr in der Cafeteria der Klinik statt.